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Neuigkeiten
Tschechien erneuert Gräber bedeutender Deutscher
Das tschechische Ministerium für regionale Entwicklung finanziert die Restaurierung von Grabanlagen sowie Denkmälern bedeutender Deutscher. Rund 9,5 Millionen Kronen (ca. 390.000 Euro) verteilt das Ministerium an 55 Projekte. Gefördert wird bis zu 70 Prozent der Gesamtkosten. Dabei geht es um Objekte in sieben Bezirken Tschechiens, vor allem im Grenzgebiet. So fördert das Ministerium zum Beispiel die Erneuerung des Grabes von Franz Tschinkel in Lovosice (Lobositz) mit 150.000 Kronen (rund 6.250 Euro). Franz Tschinkel gründete gemeinsam mit seinen Brüdern und seinem Vater 1856 in Lovosice eine Fabrik zur Herstellung von Kaffeeersatz aus Zichorie. Die Fabrik entwickelte sich zu einem Unternehmen, das seit 1938 den Namen „Deli“ trug und aus der heute bekannte Marken wie Deli (Riegel), Tatranka (Waffeln) oder Esíčka (Kekse) hervorgingen. Mittlerweile gehört die Firma zum Konzern Mondelēz International.
Unterstützt wird auch die Sanierung des Grabes der Familie Brettschneider in Děčín (Tetschen) mit 56.975 Kronen. Rudolf Brettschneider war Eigentümer der hiesigen Druckerei.
Die Förderung durch das Ministerium basiert auf Vereinbarungen im Deutsch-Tschechoslowakischen Vertrag über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit aus dem Jahr 1992.
Gericht bestätigt Auslieferung von Rechtsextremistin Liebich
Tschechien liefert die Rechtsextremistin Marla Svenja Liebich an Deutschland aus. Das bestätigte das Oberste Gericht in Prag. Damit ist das zuvor vom Bezirksgericht in Plzeň (Pilsen) gefällte Urteil rechtskräftig. Liebich war in Berufung gegangen, um seine Auslieferung zu verhindern. Sie war im April in Aš aufgrund eines internationalen Haftbefehls festgenommen worden. Den hatte die Staatsanwaltschaft in Halle/Saale ausgestellt. Liebich war bereits 2023 – damals noch als Mann mit dem Vornamen Sven – zu einer 1,5-jährigen Haftstrafe wegen Volksverhetzung, übler Nachrede und Beleidigung verurteilt worden, entzog sich der Haft allerdings durch ihre Ausreise nach Tschechien.
Amnestie bringt 6.000 Waffen ein
Es war eine der erfolgreichsten Waffenamnestien in der tschechischen Geschichte. Seit Jahresbeginn bis Ende Juni konnten in Tschechien straffrei nicht angemeldete Waffen legalisiert werden. Davon machten mehr Menschen Gebrauch als bei ähnlichen Amnestien. Insgesamt wurden nicht nur 5.918 Waffen abgegeben, sondern auch 213.000 Stück Munition und 64 Kilogramm Sprengsätze.
Häufig handelte es sich aber auch um historische und damit teils sehr wertvolle Waffen, zum Beispiel ein britisches Maschinengewehr vom Typ Sten MK II. Mit so einer Waffe war 1942 das Attentat auf den brutalen nationalsozialistischen Vize-Reichsprotektor Reinhard Heydrich verübt worden. Im Bezirk Ústí fand sich unter den abgegeben Waffen ein deutsches Maschinengewehr Vollmer-Erma EMP mit 9 mm Luger-Projektil, das heute rund 24.000 Kronen wert wäre (ca. 1.000 Euro).
Die Waffen werden erfasst und einer ballistischen Prüfung unterzogen, um sicherzugehen, dass damit in der Vergangenheit keine Straftaten verübt worden. Wenn der Eigentümer der Waffe alle gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt, erhält er bei Interesse und nach Registrierung die Waffe zurück. Die übrigen Waffen kommen in den Sammelbestand des Polizeimuseums oder des Kriminalistischen Instituts. Waffen, für die kein Interesse besteht, werden vernichtet.
Fluss Bílina wird aus Rohren befreit
Der Fluss Bílina (Biela) wird in den kommenden Jahren wieder in einem natürlichen Flussbett fließen. Nach 40 Jahren soll er aus Rohren befreit und wieder sichtbar werden. In die Rohre war er auf drei Kilometern Länge zwischen den Städten Chomutov (Komotau) und Most (Brüx) verschwunden, um einen sicheren Braunkohlebergbau zu gewährleisten. Dafür wurde der Fluss in vier große Rohrleitungen gepresst. Das Gebiet diente für den Bergbau als Halde und es drohte ein Wasserdurchbruch in den Tagebau, wenn man den Fluss an der Oberfläche belässt. In dem Gebiet wurden wegen der Braunkohle auch viele Gemeinden abgerissen, darunter die Kleinstadt Ervěnice (Seestadtl), die einmal über 5.000 Einwohner hatte.
Da die Bílina künftig wieder naturnah fließen soll, verlängert sich ihr Flusslauf wegen der Mäander auf insgesamt 4,7 Kilometer. Nach und nach sollen auch Lebewesen wie Pflanzen und Tiere in den Fluss zurückkehren und er soll später zum Anglerparadies werden.
Die Bílina galt einst als der am schwersten verschmutzte Fluss in Tschechien. Er entspringt im Erzgebirge als klarer Gebirgsbach, durchfließt später nicht nur das Kohlegebiet, sondern auch an vielen Chemiefabriken vorbei und mündet in Ústí nad Labem (Aussig) in die Elbe.
Neuer Weg sakraler Denkmäler in Šluknov
In der Kleinstadt Šluknov (Schluckenau) kann man neuerdings auf einem Lehrpfad eine Vielzahl von sakralen Denkmälern erwandern. Die elf Kilometer lange Strecke verbindet insgesamt 18 Denkmäler wie Kreuze, Kapellen und Kreuzwege. Von denen gibt es allein auf den Fluren von Šluknov drei. Der ohnehin an sakralen Denkmälern reiche Schluckenauer Zipfel zeigt sich in der namensgebenden Stadt der Region besonders ausgestattet. Der Kreuzweg nahe dem Stadtzentrum ist zugleich der älteste im Zipfel. Die vielen Denkmäler verweisen auf die Zeit vor 1945. Spätestens seit der Rekatholisierung war der Zipfel zu einer der gläubigsten Regionen in ganz Böhmen und Mähren geworden. Martin Chroust, Leiter der Abteilung für Entwicklung und Umwelt bei der Stadt Šluknov, erklärt das mit der Nähe von Sachsen, das seit der Reformation protestantisch war und an dem die Rekatholisierung vorbeiging. „Die überwiegend deutschen Einwohner des Zipfels waren von ebenfalls Deutschen umgeben, allerdings protestantischen Glaubens. Mit den Kreuzen und Statuen wollten sie ihnen ihre katholische Ergebenheit demonstrativ zeigen“, erklärt Chroust. Mit dem neuen, gelb markierten Weg wurden zugleich an fünf Denkmälern erstmals Informationstafeln angebracht.
Bereits im letzten Jahr wurden in und um Šluknov vier Rundwege markiert. Sie widmen sich den Themen „Architektur“, „Steinbrüche“, „Fukov - Pfad durch das verschwundene Dorf“ und „Großer Aussichtsrundweg“.
Kirche in UNESCO-Altstadt bekommt neue Fassade
Die Fassade der spätgotischen Mariä-Himmelfahrtskirche in Krupka (Graupen) wird umfassend saniert. Der Kirchenbau ist eines der wichtigsten Baudenkmäler von Krupka und befindet sich mitten in der von der UNESCO geschützten Altstadt. Diese ist Teil der UNESCO-Montanregion.
Die Sanierung erfolgt nicht durch die Kirche, sondern die Stadt, der der Bau seit 2016 gehört. Seitdem wurde bereits eine komplette Sanierung des Inneren der Kirche durchgeführt. Die Sanierung der Fassade umfasst auch eine statische Absicherung und die Restaurierung zahlreicher bildhauerischer Elemente. Die Fertigstellung ist für Oktober 2027 vorgesehen. Die Kosten belaufen sich auf fast 20 Millionen Kronen (830.000 Euro). Die Stadt wird bei der Fassadensanierung finanziell vom Bezirk Ústí und dem Kulturministerium unterstützt. Den Großteil von rund 13 Millionen Kronen steuert aber die Stadt bei.
Tschechischer Hitzerekord in Nordböhmen
Der wärmste je gemessene Ort in Tschechien befindet sich seit Sonntag im nordböhmischen Doksany. Am 28. Juni stieg die Temperatur in der dortigen Messstation auf 41,9 Grad Celsius. Die überhaupt höchste Temperatur wurde damit zum ersten Mal in einem Juni erreicht.
Dass der neue Rekord gerade in Doksany aufgestellt wurde, hat auch Gründe in einigen lokalen Besonderheiten. Die Messstation ist mit 158 Metern über dem Meeresspiegel die am niedrigsten gelegene in ganz Tschechien. Doksany befindet sich zudem im Niederschlagsschatten des Erzgebirges und öfter als anderswo herrscht in Doksany Windstille wie eben am Sonntag. Außerdem ist die Temperatur in Städten gewöhnlich um 1,5 Grad höher als auf dem Land.
Bundesverdienstkreuz für Kristina Kaiserová
Die Historikerin Kristina Kaiserová wurde von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Kristina Kaiserová erhielt die Auszeichnung für ihre Verdienste um die Aussöhnung zwischen Deutschen und Tschechen. „Die Auszeichnung honoriert zugleich Ihr oft freiwilliges Engagement auf dem Gebiet der tschechisch-deutschen Beziehungen und der Erforschung der gemeinsamen Geschichte“, schreibt Steinmeier weiter. Kaiserová erhielt das Bundesverdienstkreuz aus den Händen des deutschen Botschafters in Prag, Peter Reuss.
Kristina Kaiserová wurde 1956 in Varnsdorf geboren und studierte Geschichte und Tschechisch an der Karls-Universität in Prag. Nach sieben Jahren im Archiv in Děčín wechselte sie 1990 an die Universität in Ústí, zunächst als Fachassistentin am Lehrstuhl für Geschichte an der Pädagogischen Fakultät. Außerdem wurde sie wissenschaftliche Sekretärin am Institut für slawisch-germanische Studien, das sie ab 2006 bis heute leitet.
Sie machte sich vor allem um die Gründung des Collegium Bohemicum verdient, das die Ausstellung über die Deutschen in Böhmen, Mähren und Schlesien vorbereitete und 2021 eröffnete. Bis heute ist sie Vorsitzende des Verwaltungsrats des Collegium Bohemicum. Doch ihr Engagement geht noch weit darüber hinaus. Sie forschte vor allem zur Geschichte von Ústí (Aussig), aber auch der ganzen sächsisch-böhmischen Grenzregion.
Ehrenamtlich organisierte sie auch über Jahrzehnte den erfolgreichen Sprachkurs Colloquia Ustensia, der jedes Jahr im Sommer in Ústí stattfand. Zugleich engagiert sie sich bis heute in vielen deutsch-tschechischen Initiativen und regt immer wieder die Zusammenarbeit an.
Tschechen sind urlaubsfreudiger als Deutsche
Die Sommerferien haben begonnen, in Tschechien wie jedes Jahr am 1. Juli. 8 von 10 Befragten in Tschechien fahren laut Holiday Barometer in den kommenden Wochen in Urlaub. Damit ist Tschechien unter elf betrachteten europäischen Ländern eines der urlaubsfreudigsten. Mehr Urlaub wird nur noch in Italien gemacht, schreibt die Tageszeitung Děčínský deník, die aus den Ergebnissen der Umfrage zitiert. Beim ehemaligen Urlaubsweltmeister Deutschland planen nur noch 7 von 10 Befragten einen Sommerurlaub.
Der wichtigste Grund für die Zurückhaltung sind vor allem finanzielle Probleme. In Tschechien gaben das unter den 20 Prozent, die nicht verreisen, 62 Prozent der Befragten an. 46 Prozent haben für ihre Zurückhaltung persönliche Gründe. Es waren mehrere Antworten möglich.
Die Urlaubsfreude der Tschechen bezieht sich nicht nur auf die Sommerferien. Laut Holiday Barometer reisen fast zwei Drittel zweimal oder noch häufiger pro Jahr in den Urlaub. Auch dieser Wert ist in Deutschland geringer. Die Hälfte der Befragten aus Tschechien verbringen wenigstens einen Teil des Urlaubs im Inland. In Italien, Spanien und Frankreich sind es mit 7 von 10 Befragten deutlich mehr. Auch sehen 56 Prozent der befragten Tschechen ihren Idealurlaub im Ausland. Nur 3 von 10 verreisen am liebsten im Inland.
Auch das kann finanzielle Gründe haben, denn der starke Kurs der Krone (momentan kostet ein Euro 24,2 Kronen) sorgt dafür, dass Auslandsurlaube günstiger werden. Vor zehn Jahren konnten sich nur 3 von 10 Befragten einen Auslandsurlaub leisten. Laut der Reiseagentur Invia gibt eine tschechische Familie im Urlaub am Meer, also im Ausland, im Schnitt 69.000 Kronen aus, umgerechnet rund 2.850 Euro.
Hřensko erweitert Böllerverbot
Der Grenzort Hřensko (Herrnskretschen) hat das geltende Böllerverbot auf das ganze Gemeindegebiet ausgedehnt. Eine Änderung der bisherigen Verordnung war wegen eines neuen Gesetzes nötig geworden, das unter anderem den Gebrauch von Pyrotechnik in der Nähe von Krankenhäusern oder Seniorenheimen verbietet. Nun befindet sich in Hřensko zwar weder das eine noch das andere, aber die Gemeinde hatte als eine von wenigen bereits vor dem Gesetz ein Böllerverbot und musste das jetzt entsprechend anpassen. Nun gilt das Verbot auf dem gesamten Gemeindegebiet. Dazu gehört auch der Weg zum Pravčická brána (Prebischtor), der jährlich von über 100.000 Menschen genutzt wird. Doch da gelten auch das Waldgesetz und das Naturschutzgesetz, und beide verbieten ebenfalls den Gebrauch von Pyrotechnik.
Die neue Verordnung lässt den Gebrauch von privaten Feuerwerkskörpern nur im bebauten Gebiet zu und das auch nur während des Übergangs vom alten ins neue Jahr.
Stark beanspruchte Notunterkünfte im Riesengebirge
Notunterkünfte sollen eigentlich nur für den Notfall genutzt werden, wie der Name schon sagt. Wie das öffentlich-rechtliche Fernsehen Česká Televize berichtet, beklagt im Riesengebirge die dortige Nationalparkverwaltung allerdings einen gezielten Missbrauch. Entsprechend seien die Notunterkünfte etwas zu gut genutzt. „Eigentlich sind diese Unterkünfte dafür gedacht, bei schlechtem Wetter Unterschlupf zu finden. Dort kann man sich dann trockene Sachen anziehen und seine Wanderbrote essen“, erklärt Nationalparksprecher Radek Drahný. Bei dem derzeitigen Gebrauch sei dann für jene, die wirklich in Not sind, gar kein Platz mehr. Außerdem trage diese intensive Nutzung zu einer auffallenden Verschmutzung rund um die Unterkünfte bei. Da diese ohne Klo ausgestattet sind, verrichteten die Gäste ihre Notdurft überall in der Umgebung. Dort liegen dann Zellstofftaschentücher und weitere Abfälle.
Für die Übernachtung seien Bergbauden vorgesehen. Da stoßen allerdings offenbar völlig unterschiedliche Vorstellungen von Gebirgstouristik aufeinander. Wie der Fernsehbericht weiter zeigt, sei das Übernachten unter freiem Himmel oder in den Notunterkünften fester Bestandteil des Wanderns im Gebirge. „Für uns sind eher die Bergbauden die Notlösung“, sagte im Fernsehen eine Anna aus Prag. Das sei oft auch eine Geldfrage.
Insgesamt gibt es im Riesengebirge über 20 solcher einfacher Unterkünfte, in denen Schutzsuchende übernachten können. Allerdings drohe bei „Missbrauch“ auch keine Gefahr. An exponierten Stellen werde durch Nationalparkranger kontrolliert. Doch für den ganzen Nationalpark gibt es nur 19 Ranger. Die Durchsetzung einer ausschließlichen Notnutzung wäre also gar nicht möglich.
Anders als im Riesengebirge ist die Übernachtung in einfachen Unterkünften auf der böhmischen Seite des Erzgebirges gewollt. Dort treibt vor allem der Tourismusverband die Aufstellung von verschiedenen einfachen Übernachtungsmöglichkeiten für eine Nacht voran. Diese sind auch mit Toiletten ausgestattet. Sie sind vor allem für Fans des Fernwanderns gedacht, das schon seit einigen Jahren Konjunktur erlebt. Über das Erzgebirge führen verschiedene Fernwanderwege. Einer von ihnen ist die „Stezka Českem“.
Beste Eisdiele gekrönt
Das beste Eis im Kreis Ústí gibt es in dem kleinen Dorf Radejčín, das noch am ehesten durch den gleichnamigen Autobahntunnel durchs Böhmische Mittelgebirge bekannt ist. Nun macht dem Dorf auch das dortige Café "Kolotočka" alle Ehre. Die Leser der Tageszeitung Ústecký deník wählten es mit 52 Prozent der Stimmen auf den ersten Platz der besten Eisdielen. Nur ganz knapp dahinter landete der Vorjahressieger „Zmrzlina z Garaže“ aus Svádov, einem rechtselbischen Ortsteil von Ústí. Für das Eis aus der Garage stimmten 45 Prozent. Die Eisdiele liegt verkehrsgünstig am Elberadweg. Bei der Abstimmung wurden auch noch weitere Eisdielen vorgeschlagen, die aber nur wenige Stimmen erhielten.
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Liebe Freundinnen und Freunde tschechischer Kultur,
wir möchten Sie auf einen interessanten Abend bei unserem Partner, dem Palaissommer Dresden, aufmerksam machen, der sich unserem Nachbarland widmet.
Der Palaissommer lädt vom 20. Juni bis 26. Juli täglich zu einer Vielzahl kultureller Veranstaltungen auf dem Dresdner Neumarkt ein. Er ist das jährliche, sommerliche kulturelle Highlight in Dresden und bietet im Festivalzeitraum täglich eine Mischung aus Konzert, Tanz, Kunst, Literatur, Yoga, Gespräch, Workshops, regionaler Gastronomie u.v.m. Eintritt frei!
Die Nacht des 9. Juli steht beim Palaissommer ganz im Zeichen unseres Nachbarlandes. Sie können im Rahmen der Reihe Palais.Horizonte an diesem Abend drei tschechische Künstler erleben.
Ladislav Pazdera
Aufgewachsen in einer Zeit, in der Genregrenzen in der Musik überflüssig geworden sind, bewegt sich Ladislav Pazdera mit seinen akustischen Gitarren auf stilistisch vielfältigem Terrain. Das Spektrum reicht von virtuoser Fingerstyle-Technik bis Jazz; es umfasst traditionelle Inspirationen aus Andalusien und osteuropäischen sowie arabischen Regionen, die Leichtigkeit brasilianischer Musik sowie die filigrane Präzision der Klassik. Ladislavs Gestaltungswillen spiegelt sich in seinem vielgestaltigen Repertoire und in eigenen Kompositionen, die seine Qualitäten als musikalischer Geschichtenerzähler unterstreichen. Variable Stimmungen und Klangfarben, fein ziselierte Passagen und aufleuchtendes dynamisches Temperament verleihen seiner Musik eine charismatische Ausdruckskraft.
Thom Artway
Der einzigartige Sänger, Songwriter und Gitarrist Thom Artway verbindet modernen Sound mit klassischem Songwriting. Thoms Soloauftritte mit der Gitarre schaffen eine Atmosphäre echter Verbundenheit und Nähe zum Publikum. Thom versteht es hervorragend, mit den Zuhörern zu kommunizieren; sie singen oft und begeistert mit. Seine Konzerte sind ein unvergessliches Erlebnis voller purer Freude an der Musik.
Dank seiner Anfänge als Straßenmusiker und seiner Auslandserfahrung ist Thom ein großartiger Performer. Er spielte regelmäßig an der Lennon-Mauer in Prag und verbrachte fünf Monate als Straßenmusiker in Australien. Im Juli 2017 gewann er das Projekt „Czech Fresh“, das den Export tschechischer Musik fördert. Er trat auf dem legendären Sziget-Festival in Ungarn sowie auf Festivals in Großbritannien, Wien, Paris, Budapest und vielen anderen europäischen Städten auf. 2023 gab er vier Konzerte in den USA.
Livepainting | Krystof Strejc
Das musikalische Programm wird begleitet von Kryštof Strejc, die im Rahmen einer künstlerischen Performance, die Klänge des Konzertes in Bildern ausdrückt. Kryštof Strejc ist ein in Prag ansässiger tschechischer Maler und Absolvent der Akademie für Kunst, Architektur und Design in Prag (UMPRUM). Sein künstlerisches Schaffen konzentriert sich auf die figurative Malerei, wobei er emotionale Intensität mit raffinierter Komposition und subtilen Farbbeziehungen verbindet. Er hat international ausgestellt, unter anderem in Los Angeles und Kopenhagen.
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Nationalpark meldet höchste Waldbrandstufe
Seit der Nacht vom Mittwoch auf den Donnerstag gilt im Nationalpark Böhmische Schweiz die höchste Warnstufe vor Brandgefahr. Damit reagierte die Verwaltung des Nationalparks auf Daten aus Sensoren, die im Gebiet des Nationalparks angebracht sind. Berücksichtigt werden auch Vorhersagen des Tschechischen Hydrometeorologischen Dienstes.
Für Besucher des Nationalparks bedeutet das einige Einschränkungen. Markierte Wege dürfen nicht verlassen werden und zwischen 22 Uhr und 6 Uhr ist das Betreten des Nationalparkgebiets verboten. Besucher werden an 48 Zugangswegen zum geschützten Gebiet auf die Einschränkungen hingewiesen.
Die höchste Waldbrandstufe bedeutet auch eine erhöhte Bereitschaft der Ranger und anderer Mitarbeiter des Nationalparks. Immer morgens und in den Abendstunden lassen diese Beobachtungsdrohnen mit Wärmebildkameras aufsteigen. Ranger sind mit Notwassersäcken mit 20 Litern Wasser unterwegs und häufiger im Gelände als sonst. Wer gegen die Vorgaben verstößt, muss mit Strafen rechnen. Das gilt umso mehr für Vergehen gegen Regeln, die auch sonst gelten, wie das Verbot zu Zelten, Lagerfeuer anzufachen, das Rauchverbot oder die Nutzung von Kochern.
Bei aller Waldbrandgefahr ist die tschechische Feuerwehr für Einsätze in dem oft unwegsamen Gelände des Nationalparks inzwischen besser ausgestattet. „Quads und Drohnen helfen. Und es hat sich gezeigt, dass in so einem schwierigen Gelände das Löschen mit Hubschraubern am wirkungsvollsten ist“, zitiert die Tageszeitung Děčínský deník Martin Laníček, den Chef der Feuerwehr im Bezirk Ústí.
Verfassungsrichter schicken Präsident zum NATO-Gipfel
Das tschechische Verfassungsgericht hat in einer Eilentscheidung die Teilnahme von Staatspräsident Petr Pavel beim NATO-Gipfel in Ankara in zwei Wochen angeordnet. Die Regierung hat die Teilnahme zu ermöglichen und darf sie in keiner Weise behindern.
Das Gericht ging bei der Entscheidung von den bisherigen Gepflogenheiten aus. Demnach hatte der tschechische Präsident immer an NATO-Gipfeln teilgenommen. Nur einmal im Jahr 2022 musste der damalige tschechische Präsident Miloš Zeman seine Teilnahme wegen Krankheit absagen.
Präsident Pavel hatte am Montag eine Kompetenzklage beim Verfassungsgericht eingereicht, nachdem die Regierung entschieden hatte, dass der Präsident nicht teilnehmen und Premier Andrej Babiš die Delegation führen solle. Dabei geht es nicht nur um seine Teilnahme am Gipfel, sondern um die Verteilung der Kompetenzen unter den höchsten Staatsämtern wie Präsident und Premierminister. Diese Klage ist noch nicht entschieden. Beobachtern zufolge sei damit erst in einigen Monaten zu rechnen, weil es sich um eine grundlegende Frage handelt. Auch sei nicht entschieden, ob das Gericht dem Präsidenten letztendlich in allen Punkten folgt.
Mit der vorläufigen Entscheidung des Verfassungsgerichts ist der monatelange Streit um die Teilnahme des Präsidenten am NATO-Gipfel noch lange nicht beendet. Nun verlagert er sich zu der Frage, wer die Delegation führen soll. Die Regierung hatte dafür Premier Babiš vorgesehen. Rein protokollarisch führt die Delegation allerdings immer das höchste Verfassungsorgan, also der Präsident.
Premier Babiš kündigte an, die „ungewöhnlich schnelle“ Entscheidung zu respektieren, nannte sie aber „völlig absurd“. „Die Außenpolitik sollte auf dem NATO-Gipfel die Regierung verteidigen, die für sie auch laut Verfassung verantwortlich ist. Deshalb denke ich, dass die Entscheidung des Verfassungsgerichts gegen die Interessen der Tschechischen Republik verstößt“, erklärte Babiš auf dem Kurznachrichtendienst „X“. Außenminister Petr Macinka von den Motoristen wiederum warf Pavel einen „Verfassungsputsch“ vor. Macinka wolle das Urteil respektieren, fügte aber hinzu: „Der Präsident hat der Regierung den Krieg erklärt und hetzt die tschechische Gesellschaft auf.“
Proteste gegen Streichung der Rundfunkgebühren
Mitarbeiter von Tschechischem Fernsehen Česká televize (ČT) und Tschechischem Rundfunk Český rozhlas (ČRo) sind am Montag in einen 24-stündigen Warnstreik getreten. Knapp ein Viertel der Beschäftigten beteiligte sich aktiv, die übrigen sicherten den gesetzlichen Versorgungsauftrag ab. Zuschauer und Hörer konnten den Streik an verschiedenen Zeichen erkennen. Nicht nur, dass über ihn auf den Webseiten berichtet wurde. Es kam auch zu Protestminuten, in denen die Bildschirme schwarz bzw. die Radios still blieben. Die Mitarbeiter kamen an diesem Tag in schwarzer Kleidung auf Arbeit und formierten sich kurz vor Mittag zu einer Menschenkette rund um das Rundfunkgebäude im Stadtteil Vinohrady. Weitere Hundert Mitarbeiter des Fernsehens versammelten sich mittags zu einer einstündigen Protestveranstaltung vor dem Fernsehgebäude, bei der auch bekannte Künstler auftraten. Bereits am Sonntag waren mehrere Tausend Menschen einem Aufruf der Organisation Milion chvilek (Millionen Momente) zur Unterstützung öffentlich-rechtlicher Medien gefolgt.
Laut Regierung sollen die Medien nämlich künftig ihren öffentlich-rechtlichen Status verlieren. Die Rundfunkgebühren werden laut Regierungsbeschluss abgeschafft und durch eine Finanzierung aus dem Staatshaushalt ersetzt. Momentan beträgt die Gebühr für das Tschechische Fernsehen 150 Kronen (rund 6,25 Euro) und für Radio 55 Kronen (2,30 Euro) im Monat. Der Regierungsentwurf sieht vor, dass die Öffentlich-Rechtlichen nicht nur anders finanziert werden, sondern auch weniger Geld bekommen. So sollen die Zuwendungen künftig 15 Prozent unter dem jetzigen Niveau liegen, was Einsparungen von 1,4 Milliarden Kronen bedeutet. Das würde laut ČT und ČRo dazu führen, dass 470 bis 700 der 4.250 Beschäftigten entlassen werden müssten. Ein Entwurf des Parlaments wiederum rechnet mit Einsparungen eines höheren dreistelligen Millionen-Kronen-Betrags.
Der Streik wurde von der Mitarbeiterinitiative Veřejnoprávně initiiert. Es wurden weitere Aktionen angekündigt.
Polizei übernimmt ikonische Notenbank-Filiale
Für das ikonische Gebäude der Tschechischen Notenbank ČNB in Ústí nad Labem (Aussig) konnte ein Käufer gefunden werden. Für 43 Millionen Kronen geht es in den Besitz einer anderen staatlichen Institution über, denn hier zieht das Polizeipräsidium ein. Bis Jahresende wird die Notenbank noch Mieterin sein. Dann soll das Gebäude, das sich ganz in der Nähe des Hauptbahnhof und gegenüber dem Einkaufszentrum Forum befindet, saniert werden. Bekannt wurde das 1994 errichtete Gebäude durch das große Pendel an der Fassade.
Bis vor zwei Jahren konnte man hier noch an Schaltern alte Kronenscheine, die sich in Reisetaschen oder irgendwo in den Tiefen des Haushalts fanden, in aktuelle umwandeln. Ende 2024 stellte die Notenbank aus Spargründen jedoch den Betrieb mehrerer Filialen ein, darunter auch in Ústí. Zuerst endet der Schalterbetrieb, Ende dieses Jahres zieht die Bank ganz aus. Die nächste Stelle, wo man von Sachsen aus alte Kronenscheine eintauschen kann, ist nun die Zentrale in Prag. Außerdem gibt es noch die Filialen in Brno, Ostrava und Hradec Králové. Die Schließung der Filialen hängt mit dem Übergang der Notenbank zur digitalen Kommunikation zusammen, heißt es.
Tschechische Filme im Sommerkino Ústí
Nach 13 Jahren sind im Sommerkino von Ústí nad Labem wieder Filme zu sehen. Damit macht das Sommerkino seinem Namen wieder alle Ehre. Lange gab es hier maximal Konzerte und Partys, doch inzwischen erwartet die Besucher wieder ein breites Programm. Dazu gehören Yoga am Morgen und am Abend, Stand-up Comedy, Reisevorträge, Kindertheater, Konzerte und eben neuerdings wieder Filme. Als erster läuft am 5. August der Klassiker „Hoří, má panenko“ (Der Feuerwehrball) von Miloš Forman. Weitere Filme, die zur Aufführung kommen, sind „Brügge sehen ... und sterben?“, „Palm Springs“ oder der tschechische Film „Mimořádná událost“ (Ausnahmesituation), der 2022 bei den Tschechisch-Deutschen Kulturtagen gezeigt wurde. Wer also des Tschechischen mächtig ist und Klassiker in romantischer Sommeratmosphäre erleben will, sollte sich die Chance nicht entgehen lassen. Hat zwar nicht ganz das Flair wie am Elbufer, dafür kann man die großartige Überdachung des Architekten Josef Slíva und des Experten für Stahlkonstruktionen Josef Zeman aus dem Jahr 1954 bewundern.
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Beim Tschechischen Filmmittwoch am 1. Juli zeigen wir die Komödie »Panelstory aneb Jak se rodí sídliště« (Panelstory oder Wie eine Siedlung entsteht) von 1979. Die bekannte Regisseurin Věra Chytilová, eine der wenigen Frauen innerhalb der Tschechoslowakischen Neuen Welle, schildert darin auf ungewöhnliche Weise das chaotische Leben in einer noch im Bau befindlichen Prager Plattenbausiedlung.
Ungewöhnlich ist vor allem die chaotische Erzählweise des Films, die viele Anekdoten mit diversen Figuren verwebt und so das Chaos auf der "bewohnten Baustelle" hervorhebt. Wir begegnen einem Jungen, der aus der Kita abhaut und den Tag auf seine Weise verbringt, einem alten Mann vom Lande, der etwas Menschlichkeit in das anonyme Nebeneinander bringen will, einer schwangeren Studentin, einem eitlen Schauspieler, nicht sehr arbeitsamen Bauarbeitern beim Bier, einem etwas korrupten Malermeister uvm. Jede der Anekdoten ist mit feinem Humor erzählt, und es ergibt sich das Bild einer Gemeinschaft ganz und gar nicht sozialistisch idealer Menschen, die vor allem versuchen, sich irgendwie durchzuwurschteln.
Deshalb musste der Film auch zwei Jahre warten, bevor er nach Fertigstellung in die Kinos kam. „Dabei handelt es sich nicht um eine kritische Reaktion auf das Regime, sondern vielmehr um eine Betrachtung menschlichen Verhaltens“, sagte Věra Chytilová später. Nun, auch das war ein Problem, wenn es zu ehrlich war.
Wir haben für diesen berühmten Film wieder zwei Vorstellungen angesetzt, um 17:45 Uhr und um 20 Uhr. Die spätere ist schon fast wieder ausverkauft, also beeilen Sie sich lieber, wenn Sie die besuchen wollen.
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