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Neuigkeiten
Edmundsklamm: Vielleicht schon im Mai
Seit Mittwoch pendeln wieder die Boote mit Touristen in der Wilden Klamm. Pünktlich vor Ostern hat eine der größten Attraktionen in der Böhmischen Schweiz wieder geöffnet. Über die Feiertage erwartet der Ort Hřensko (Herrnskretschen) einen regelrechten Ansturm, was auch an dem großen Ostermarkt mit fast 40 Ständen in der Ortsmitte rund um die Kirche liegen wird.
Auch die Betriebszeit in der Wilden Klamm wurde verlängert. Das letzte Boot startet nunmehr erst 17.30 Uhr. In der Wilden Klamm fahren die Boote von der unteren Anlegestelle flussaufwärts und landen wieder am Ausgangsort. Neuerdings kann man an der Anlegestelle auch mit Karte zahlen.
Gesperrt bleibt vorerst jedoch die Edmundsklamm. Neue geologische Untersuchungen hatten fünf gefährliche Objekte identifiziert, die nun gesichert werden müssen, bevor wieder Touristen in die Klamm gelassen werden können. Für die Sicherung wurde bereits eine Firma gefunden und es laufen intensive Gespräche mit dem Nationalpark Böhmische Schweiz. Die Bürgermeisterin hofft auf eine Inbetriebnahme spätestens Ende Mai.
Für ihre Geduld werden Besucher aber belohnt, denn die Gemeinde plant in dieser Saison doppelt so viele Besucher pro Tag in die Klamm zu lassen wie im letzten Jahr. Damals handelte es sich um eine Art Testphase. Zuletzt hatte die Gemeinde 150 Tickets pro Tag verkauft. In diesem Jahr sollen es mindestens 300 sein. Dafür werden neu zwei Boote zu Wasser gelassen. Wenn alles gut geht, wird dann auch schon das Reservierungssystem über das Internet laufen. Nach Ostern soll der Gemeinderat beschließen, das Geld für die Einführung des Systems bereitzustellen. Damit wird die gleiche Firma beauftragt, die so ein System bereits seit längerer Zeit erfolgreich in den Adršpacher Felsen und seit kurzem auch in den Tyssaer Wänden betreibt.
Niedrigste Geburtenzahl seit 1785
Das tschechische Statistikamt hat diese Woche die aktuellen Zahlen zur Bevölkerungsentwicklung veröffentlicht. Zwar sei im Jahr 2025 die Zahl der Einwohner des Landes um ca. 6.300 auf 10.915.839 Personen gestiegen. Dies wäre jedoch nur der Zuwanderung zu verdanken, während die natürliche Bevölkerungsentwicklung einen Sterbeüberschuss von ca. 35.700 Personen aufweist.
Die Zahl der Geburten hätte im letzten Jahr mit 77.600 Kindern einen historischen Tiefstand seit 1785 erreicht, als die statistische Erfassung der Bevölkerung in den böhmischen Ländern begann. 47% der Kinder kamen außerehelich zur Welt, die meisten Kinder wurden von Frauen im Alter zwischen 30 und 32 Jahren geboren.
Tschechien fährt zur Fußball-WM
Während die Italiener zum dritten Mal außen vor bleiben, nimmt die tschechische Fußballnationalmannschaft der Männer erstmals seit 20 Jahren wieder an einer WM teil. Im Play-off-Finale siegten die Tschechen vorgestern über das Team aus Dänemark im Elfmeterschießen. Ein solches entschied auch schon beim Halbfinale vor einer Woche gegen Irland über ihr Weiterkommen, nachdem es auch dort nach Verlängerung 2:2 gestanden hatte. Sowohl Kommentatoren als auch Spieler merkten jedoch (selbst-) kritisch an, dass die Spiele keine hohe Qualität gehabt hätten. Nun tritt die Mannschaft ab dem 12. Juni bei der WM in den USA, Kanada und Mexiko in Gruppe A gegen Südkorea, Südafrika und Mexiko an. Trainer Miroslav Koubek wird mit 74 Jahren übrigens der älteste Trainer bei der WM sein.
Wie öffnen die Läden über Ostern?
Auch in Tschechien ist der Karfreitag seit Längerem ein Feiertag. Wer aber im Nachbarland dennoch einkaufen möchte, muss sich keine Sorgen machen. Alle Läden sind Karfreitag geöffnet. Auch Karsamstag kauft man ein wie an jedem Samstag. Geöffnet haben Läden auch am Ostersonntag. Allerdings könnten einige Geschäfte ihre Öffnungszeiten kürzen. Geschlossen ist einzig am Ostermontag. Anders als in Deutschland, ist in Tschechien der Ostermontag der eigentlich wichtige Feiertag. Da werden viele beliebte Bräuche gefeiert. Immer beliebter wird auch die Tradition von Ostermärkten, z.B. in Úštěk am Sonnabend oder in den Teplicer Kolonnaden bis Montag.
Eine gute Übersicht zu den tschechischen Osterbräuchen hat das Landesecho publiziert. Die reichen von der lustigen, mit peinlicher Historie verbundenen Lieferung von Eiern aus Velvary nach Prag bis zum durchaus umstrittenen Brauch, junge Frauen mit Weidenruten zu schlagen. Heute sollte man sich z.B. nicht wundern, wenn man grünes Bier serviert bekommt. Im Regionalmuseum in Ústí nad Labem kann man eine Ostereierausstellung besuchen, während die Galerie des Verbandes der Ostereiermaler in Libotenice in diesem Jahr anscheinend nur nach telefonischer Voranmeldung öffnet.
Museen vernetzen sich grenzüberschreitend
45 Teilnehmer aus knapp 20 Institutionen vorwiegend aus dem Bereich Museen und Archive in Sachsen und Tschechien trafen sich am Montag zu einem Workshop auf Schloss Weesenstein. Die Teilnehmer unterhielten sich sowohl auf Tschechisch und Deutsch als auch Englisch. Der Workshop diente vor allem zur Vernetzung. Rund ein Drittel der Teilnehmer kam aus Tschechien wie dem Schloss Velké Březno, dem Freilichtmuseum Zubrnice sowie aus dem Gebietsmuseum in Děčín (Tetschen). Thematisch befasste sich der Workshop mit dem Thema "Anbauen, Einkaufen, Essen – Historische Versorgungssysteme vermitteln", das in verschiedenen Museen im Grenzgebiet eine wichtige Rolle spielt. Der Workshop war Teil des Interreg-Projekts „Kindheit in Adel und Bürgertum in historischer Perspektive“ von Schloss Weesenstein und dem Gebietsmuseum Děčín.
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Radio Prag vor dem Aus?
Die internationalen Sender des tschechischen Rundfunks Český rozhlas sollen laut Außenminister Petr Macinka abgeschafft werden. Kommende Woche will der Minister mit dem Sender, dessen Auslandsradios vom Außenministerium finanziert werden, einen neuen Vertrag über die Finanzierung für dieses Jahr unterzeichnen. Demnach würde der Sender nur noch etwas über 26 Millionen Kronen erhalten, statt wie geplant 35 Millionen. 2027 möchte der Minister die Förderung komplett einstellen. Er halte den Sender für überflüssig. Bei einem TV-Interview stellte sich heraus, dass der Minister dachte, der Sender sei für jene Tschechen, die im Ausland leben. Die mehrsprachigen Sender (unter anderem auf Englisch, Deutsch, Französisch) werden aber von Menschen gehört, die des Tschechischen nicht mächtig sind und die sich für Tschechien interessieren. Die Auslandssender sind daher eine Form der Werbung im Ausland. Die internationalen Webseiten besuchten laut Český rozhlas im letzten Jahr rund 8 Millionen Menschen, die meisten aus Deutschland, Frankreich, USA, Österreich, Spanien und Großbritannien. Am meisten werden die Sendungen auf Englisch, Deutsch und Französisch gehört. Ein Ende der finanziellen Unterstützung würde auch das Ende der Auslandssender bedeuten, die in diesem Jahr ihren 90. Geburtstag feiern.
Ob es zur Einstellung der finanziellen Unterstützung kommt, hängt nun vom Medienausschuss des tschechischen Parlaments ab. Wie Medien berichten, stößt eine mögliche Abschaffung der Auslandssender bei den Abgeordneten der Regierungspartei ANO auf Widerspruch. Die Oppositionsparteien kritisieren das Unterfangen ohnehin.
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk steht in Tschechien derzeit unter immensen Druck. Die Regierung möchte die Mittel drastisch kürzen, die Gebühren abschaffen und den Rundfunk direkt aus dem Staatshaushalt finanzieren. Treiber sind vor allem die beiden kleinen Parteien in der Regierung, die rechtsradikale SPD und die Autofahrer, deren Stimmanteile in Umfragen momentan unter der 5-Prozent-Hürde liegen.
Massenprotest in Prag
Fast eine Viertel Million Menschen protestierte am vergangenen Samstag in Prag gegen die aktuelle tschechische Regierung. Die Demonstration im Letná-Park stand unter dem Motto "Wir lassen uns nicht unsere Zukunft stehlen" und warf der Regierung Korruption, Machtmissbrauch, Abschaffung von Institutionen und die Einführung von Manieren osteuropäischer Autokraten vor. Die Demonstranten befürchten vor allem eine Erosion der demokratischen Institutionen und beklagen die Aggressivität vor allem der beiden kleinen Regierungsparteien. Zu der Demonstration hatte der Verein "Milion chvilek pro demokracii" (Eine Million Augenblicke für die Demokratie) aufgerufen. Es sprachen unter anderem bekannte Schauspieler wie der 90-jährige Schauspieler und Drehbuchautor Zdeněk Svěrák ("Kolja"), der Schauspieler Ondřej Trojan und die Sängerin Aneta Langerová.
Der Letná-Park ist der Ort für große Demonstrationen in Tschechien. Eine ähnlich große Demo 2019 läutete das Ende der ersten Regierung ein. Der Verein Milion chilek ist unabhängig von Parteien und Politikern und stützt sich rein auf die Zivilgesellschaft. Im Letná-Park fand auch die bisher größte Demonstration in der Geschichte Tschechiens und auch der Tschechoslowakei statt. 1989 demonstrierten hier auf dem Höhepunkt der Samtenen Revolution 750.000 Menschen aus der ganzen Tschechoslowakei.
Tyssaer Wände beschränken Zutritt
Wer seinen Osterausflug zu den Tyssaer Wänden (Tiské stěny) plant, sollte nichts dem Zufall überlassen. Denn sonst könnte es passieren, dass man zwar in Tisá ist, aber die Wände nur von Ferne sieht. Denn die Gemeinde wird mit Beginn der neuen Ausflugssaison am 1. April täglich nur noch maximal 2.000 Menschen in die beliebte Felsenwelt lassen. An Tagen mit vielen Besuchern wie zu Ostern kann es also passieren, dass schlicht ausverkauft ist.
Dass der Zutritt zur Felsenwelt Geld kostet, ist nichts Neues. Eintrittskarten gibt es an kleinen Verkaufsbuden an den zwei Eingängen. Das Ticket für Erwachsene kostet aktuell 100 Kronen, also etwas mehr als 4 Euro. Kinder bis 15 Jahre, Studenten bis 26 Jahre und Senioren mit über 65 Jahren zahlen nur die Hälfte. Es gibt auch ein Familienticket für bis zu drei Kindern für 250 Kronen. Kinder unter 6 Jahren zahlen nichts.
Allerdings könnten sogar Frühaufsteher leer ausgehen, denn die Gemeinde hat ein Online-Ticketsystem gestartet. Wer also für den Osterausflug auf Nummer Sicher gehen möchte, sollte die Eintrittskarten hier kaufen. Auf der Ticket-Plattform wird auch angezeigt, wie viele Eintrittskarten noch erhältlich sind. Für den Ostersonntag sind momentan noch alle 2.000 Tickets zu haben. Die Plattform hat eine tschechische, deutsche und englische Sprachversion.
Die Gemeinde Tisá plant übrigens mit regelmäßigen Ticketkontrollen. Das Gebiet ist ja nicht eingezäunt, weshalb sich findige Besucher am Einlass vorbei mogeln könnten. Das möchte die Gemeinde verhindern und wird regelmäßig mit zwei bis drei Personen zum Kontrollieren im Terrain sein.
Einschränkungen beim Besuch von beliebten Ausflugszielen nehmen in den letzten Jahren zu. Zuerst kam es dazu in der Felsenwelt von Adršpach, einer ähnlich faszinierenden Landschaft wie den Tyssaer Wänden, nur größer. In der Böhmischen Schweiz gibt es seit letztem Jahr einen begrenzten Ticketverkauf für die Edmundsklamm (Edmundova soutěska). Das ist zwar bedingt durch die Zerstörungen während des Waldbrands vor vier Jahren. Doch die Gemeinde Hřensko (Herrnskretschen), der die Wege in der Klamm gehören und welche die Kahnfahrten organisiert, möchte den begrenzten Zutritt auch künftig beibehalten, wenn auch mit höherer Personenzahl pro Tag, sobald dies möglich ist.
Weniger Bier aus Velké Březno
Der niederländische Braukonzern Heineken hat angekündigt, in seiner Brauerei in Velké Březno (Großpriesen) künftig weniger Bier zu brauen. Hintergrund ist die sinkende Nachfrage nach Bier, nicht nur in Tschechien, sondern weltweit. So möchte der Konzern weltweit 5.000 bis 6.000 Stellen streichen. In Velké Březno sollen keine Mitarbeiter entlassen werden, heißt es. Allerdings wird es bis auf Weiteres auch keine Brauereiführungen mehr geben.
Für die Region ist das ein harter Schlag. Heineken hatte nach der Übernahme bereits die Brauerei Zlatopramen in Ústí nad Labem (Aussig) im dortigen Stadtteil Krásné Březno (Schönpriesen) geschlossen. In Velké Březno wird das beliebte Bier Březňák gebraut, das auch nach Deutschland exportiert wird.
Das Bier ist vor allem für sein Logo bekannt. Das ziert nämlich seit 1906 das Konterfei des früheren Bahnmitarbeiters Viktor Cibich (1856-1916). Seine Identität fand der frühere Leiter des Stadtarchivs von Ústí nad Labem, Vladimír Kaiser, in langen Recherchen heraus. Kaiser fand letztendlich auch das Grab von Cibich. Der wohlgenährte und zufriedene Cibich war sogar Vorbild für weitere Logos im Ausland. Wohlgenährt und zufrieden konnte Cibich schon deshalb sein, weil ihm als Gegenleistung eine lebenslange Bierrente zugestanden wurde. Sein Bier bekam er also in den örtlichen Lokalen kostenlos.
Verein rettet Ballsaal im Schicht-Werk
Der historische Ballsaal der Schicht-Werke in Ústí nad Labem im Stadtteil Střekov (Schreckenstein) erlebt seine Wiedereröffnung. Wo Generationen das Tanzbein geschwungen haben, eröffnet am Samstag eine Fotoausstellung. Die Ausstellung ist eine Benefizveranstaltung zur Rettung des Ballsaals. Gezeigt werden unter anderem Motive des Verwaltungsgebäudes der berühmten Schicht-Werke mit ihrem opulenten Ballsaal.
Vor wenigen Jahren schien allerdings das Ende dieses historischen Gebäudes gekommen. Wo die Familie Schicht im 19. Jahrhundert mit der Produktion von Seifen begann, entstand schnell eines der größten Werke der Monarchie. Neben Seifen wurde unter anderem auch Magarine und weitere Drogeriewaren hergestellt. Berühmt war die Seife mit dem Hirsch (Jelen) als Logo. Hier ist die Wiege des heutigen Weltkonzerns Unilever. Nach 1945 wurde das Werk in Ústí jedoch verstaatlicht, trotzdem produzierte es bis in die 2010er Jahre. Dann wurde das Werk aufgespalten. Heute wird hier weder Seife, noch Margarine produziert. Das Verwaltungsgebäude steht seit 2011 leer und sollte vor drei Jahren abgerissen werden. Dazu kam es auch zum Teil, ein Flügel musste weichen. Der ältere Teil mit dem Ballsaal wurde jedoch unter Denkmalschutz gestellt. Deshalb konnte der Verein Střek-ON den Eigentümer überzeugen, den Saal zu vermieten.
Nach einem Jahr ist es nun so weit, der Saal wird mit einer Vernissage eingeweiht. Der Eintritt kostet 70 Euro für zwei Personen. Der Erlös ist für die sensible Sanierung des Saals und seinen weiteren Betrieb bestimmt. Nach der Vernissage mit Musik und Tanz, die 15 Uhr beginnt, wird bis 22 Uhr gefeiert. Auch am Sonntag ist der Saal den ganzen Tag geöffnet. Weitere Informationen unter Sál Šichtovka.
Tschechen steigen wegen Benzinpreisen auf Öffis um
Gestiegene Preise für Benzin und vor allem Diesel sind inzwischen auch in Tschechien angekommen. Laut eines Berichts der Tageszeitung Mladá fronta Dnes (MfD) macht sich das inzwischen im Verkehrsverhalten bemerkbar, auch im Bezirk Ústí. Vor allem auf Buslinien, die kleinere Orte mit Städten verbinden, sei die Auslastung gestiegen. Belastbare Zahlen liegen dem Bezirk, der die Fahrten bestellt, nicht vor. Die Zeitung stützt sich aber auf Aussagen von Passagieren und Busfahrern. Demnach seien einige Verbindungen vor allem im Berufsverkehr viel stärker ausgelastet als noch vor zwei Wochen.
Arbeitspendler, die auf einen öffentlichen Verkehr umsteigen können, der regelmäßig, planbar und vor allem in einer mit dem Auto vergleichbaren Fahrtzeit unterwegs ist, sind deshalb laut der Wissenschaftlerin Hana Brůhová Foltýnová von der Universität in Ústí nad Labem (UJEP) auch die ersten, die vom Auto auf Bus oder Zug umsteigen. Sie erwartet aber nicht, dass Autofahrer in größerer Menge auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen. Je 10 Prozent Teuerung seien es erfahrungsgemäß 1 bis 4 Prozent der Autonutzer, die umsteigen.
Die Preise für Benzin und Diesel liegen inzwischen deutlich höher als noch vor Wochen. Benzin kostete im Schnitt 1,75 Euro der Liter, Diesel 1,95 Euro. Damit ist der alte Abstand zwischen deutschen und tschechischen Preisen von gut 30 Cent fast wieder hergestellt.
In Tschechien waren die Preise zunächst langsamer gestiegen als in Deutschland, weil der Staat über seine Firma Čepro die Preise niedrig hielt. Čepro betreibt die Netze Eurooil und Robin Oil mit fast 300 Tankstellen, was schon eine kleine Marktmacht darstellt. Industrieminister Karel Havlíček hatte Čepro angewiesen, die Kraftstoffe weiter zu den Preisen zu verkaufen, wie sie vor dem Angriff auf Iran eingekauft wurden. In Deutschland hatten Tankstellenketten dagegen die Preise sofort erhöht, hier ist allerdings auch der Staat an keinen Tankstellen beteiligt.
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Über 100 neue tschechische Bücher auf Deutsch
Seit 2024 erschienen auf Deutsch mindestens 102 Neuübersetzungen tschechischer Literatur. Das sagte der Generaldirektor der Mährischen Landesbibliothek, Professor Tomáš Kubíček, anlässlich der Eröffnung des tschechischen Stands auf der Buchmesse in Leipzig. Die Vielzahl der Übersetzungen ins Deutsche wurde massiv vom tschechischen Kulturministerium unterstützt. Die Zahl von 102 Übersetzungen sei zudem noch nicht endgültig, so Kubíček weiter. Er leitet auch das Projekt Czechia2026, das den Auftritt Tschechiens als Gastland bei der Frankfurter Buchmesse im Oktober dieses Jahres organisiert. Aus diesem Anlass hatte das tschechische Kulturministerium zusätzliche 1,2 Mio. Euro (ca. 50.000 Euro) zur Unterstützung von Übersetzungen in die deutsche Sprache freigegeben. In den Jahren 2022 bis 2024 betrug die Förderung jährlich rund 18 Mio. Kronen (750.000 Euro).
Auf der Buchmesse in Leipzig ist Tschechien mit 14 Autorinnen und Autoren bei 17 Veranstaltungen zu Gast. Der tschechische Stand gehört zudem zu den größten der Messe.
Rosengarten auf Schloss Děčín öffnet wieder
Der Rosengarten auf Schloss Děčín (Tetschen) öffnet am Samstag wieder seine Tore. Nach über zweijähriger Sanierung erleben Besucher den beliebten Garten anders als zuvor. Denn die Anlage zeigt sich nun so, wie sie zu Barockzeiten aussah. So kehrten in den Garten Brunnen, Wasserspiele und historische Rosensträucher zurück. Insgesamt können sich Besucher auf 700 Rosenstöcke freuen. Erstmals nach langer Zeit haben Besucher auch wieder Zutritt zu den Bastionen.
Im Zuge der Wiederherstellung des Rosengartens wurden auch der Pavillon Sala terrena und die Zufahrtsstraße Lange Fahrt saniert. Letztere ist schon länger wieder fertig. Im Rosengarten selbst wurde die Beleuchtung erneuert. Damit werden nun einzelne Statuen angeleuchtet.
Luchs in der Böhmischen Schweiz gesichtet
Freitag der 13. war für Familie Visokai ein Glückstag. In den späten Abendstunden gelang der Familie nämlich ein ganz besonderer Schnappschuss. Bei der Fahrt mit dem Auto nach Doubice sichteten sie einen Luchs. Das Tier bewegte sich zunächst im Wald am Straßenrand und es waren nur die leuchtenden Augen zu sehen, weshalb die Familie mit einem Fuchs rechnete. Geistesgegenwärtig bremste die Familie das Auto ab und hielt an. Das bewegte den Luchs dazu, sich so sicher zu fühlen, dass er vor den Augen der Familie die Straße querte. Die Fotos veröffentlichte der Nationalpark Böhmische Schweiz später auf seiner Webseite.
Ein Foto von einem Luchs in der Böhmischen Schweiz ist eine seltene Angelegenheit. Bisher gab es Fotos aus den Jahren 2011 und 2020. Der Luchs bewegte sich zudem an der Grenze der Böhmischen Schweiz zum Landschaftsschutzgebiet Lausitzer Gebirge. Er hat also ein größeres Einzugsgebiet. Ob der Luchs das Gebiet nur passiert hat oder ob er bereits heimisch ist, sollen weitere Untersuchungen zeigen.
Czech In! macht Lust auf Tschechien
Am Vitzthum-Gymnasium in Dresden-Zschertnitz stand vergangene Woche das Nachbarland Tschechien im Mittelpunkt. Zu Gast war die Initiative "Czech In!", die sich ehrenamtlich auf die Fahne geschrieben hat, das Land mehr ins Bewusstsein junger Menschen zu rücken. Referenten aus den Reihen des Projekts präsentierten Tschechien in vier informativen wie anschaulichen Vorträgen für insgesamt rund 100 Schülerinnen und Schüler der zehnten Klassenstufe.
Dabei ging es nicht nur um trockene Fakten zu Land und Kultur, sonders die Referenten erzählten auch von ihren ganz eigenen Erfahrungen bei Auslandsaufenthalten in der Tschechischen Republik und gaben praktische Tipps zu Freiwilligendiensten, Praktika, bilateralen Begegnungsprojekten, Austausch- oder Studienprogrammen. Viele der Jugendlichen erfuhren erstmals, welche Möglichkeiten sich im nahe gelegenen Nachbarland bieten und dass dafür zahlreiche Fördermöglichkeiten zur Verfügung stehen, die man nur kennen und nutzen muss.
Mit den Veranstaltungen möchte "Czech In!" junge Menschen in Deutschland ermutigen, den Blick über die Grenze zu wagen. Denn das Nachbarland ist gerade von Sachsen aus nicht nur schnell erreichbar, sondern bietet auch spannende Karrierechancen für junge Menschen, von neuen persönlichen Kontakten über Grenzen hinweg ganz zu schweigen. "Czech In!" war schon wiederholt an Dresdner Schulen zu Gast. Die kostenfreien Informationsvorträge können direkt beim Projekt angefragt werden (auch bei Facebook und Instagram).
Tschechien verbietet HHC
Die tschechische Regierung hat den Besitz von Hexahydrocannabinol (HHC) verboten. Damit wird automatisch auch der Verkauf eingeschränkt. Gesundheitsminister Adam Vojtěch informierte über die Entscheidung, die mit Veröffentlichung in der Gesetzessammlung in Kraft treten soll. Bereits die Vorgängerregierung hatte den Stoff unter Beobachtung gestellt. Substanzen mit HHC waren in Tschechien frei verkäuflich und tauchten in entsprechenden Automaten, häufig aber ebenso in Supermärkten vor allem auch im Grenzgebiet zu Sachsen auf. Dort wurden sie auch gern von deutschen Einkaufstouristen erworben. Dabei sind die Wirkungen von HHC nicht endgültig erfasst. Sobald die Gesetzesnovelle im Gesetzbuch erscheint, ist der Besitz von HHC strafbar.
Güterschifffahrt hadert mit Elbpegel
Auf der Elbe sind gerade auffällig viele Güterschiffe unterwegs. Nach monatelangem Niedrigwasser versuchen die Firmen nun, so viel wie möglich Schiffe vor allem mit großformatigen Gütern die Elbe flussabwärts zu schicken. Eine der Firmen ist Chart Ferox in Děčín, die große Tanks herstellt, die auf dem Landwege nicht zu transportieren sind. Der Kunde in Schweden wartet allerdings schon fast ein Jahr auf seine Ware. Eine erste Charge mit vier großen Tanks ist jetzt auf dem Weg. Noch einmal zwei solche Transporte sollen folgen. Die Tanks sind unter anderem für die Befüllung mit Wasserstoff, aber auch Flüssiggas bestimmt. Die Fracht wird auf der Elbe nach Hamburg verschifft.
Grund für die Betriebsamkeit vor allem im Hafen Děčín Rozbělesy ist der momentan günstige Elbpegel, der dank dem Tauwetter in den Mittelgebirgen für die Schiffbarkeit so großer Güterschiffe mit schwerer Fracht sorgt. Doch die Reeder sind sich bewusst, dass sich das Zeitfenster bald wieder schließen könnte. Auch große Generatoren werden auf der Elbe transportiert. "Sechs Generatoren haben wir bereits nach Bremerhaven geschafft, wo sie auf zwei weitere Generatoren warten, die wir jetzt losschicken", sagt Lukáš Hradský von der Reederei Evropská vodní doprava (EVD). Später soll noch ein weiterer Generator mit 220 Tonnen Gewicht auf die Reise elbabwärts gehen. "Mehr Transporte haben wir nicht geplant, denn danach wäre ein Transport wegen sinkenden Pegels zu risikoreich", so Hradský in tschechischen Medien.
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