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Neuigkeiten
Škoda trotzt Trend bei Volkswagen
Der zur Volkswagen-Gruppe gehörende tschechische Autobauer Škoda steigerte im ersten Halbjahr 2026 sowohl Umsatz als auch Gewinn, während Volkswagen in Deutschland Verluste hinnehmen muss und einen massiven Stellenabbau ankündigt. Das geht aus dem heute veröffentlichen Halbjahresfinanzbericht hervor.
Bei Škoda stieg der Umsatz von 15 auf 16 Mrd. Euro und der Gewinn von 1,29 auf 1,37 Mrd. Euro. Zu verdanken sei dies vor allem den elektrischen Modellen Elroq und Enyaq. Insgesamt konnte Škoda mit rund 630.000 Fahrzeugen ca. 8% mehr verkaufen als im Vorjahreszeitraum.
Volkswagen in Deutschland steht aufgrund von Umsatz- und Gewinnrückgängen vor einer größeren Restrukturierung. Škoda Auto hat diesen Monat verlautbart, dass das keine direkten Auswirkungen auf die eigenen Aktivitäten hätte. In Medien wurde jedoch bereits die Befürchtung geäußert, dass die Gewinne von Škoda zum Ausgleich der Verluste von Volkswagen in Deutschland verwendet werden könnten.
Škoda vs. Škoda
Aus historischen Gründen gibt es zwei Unternehmen mit dem Namen Škoda in Tschechien: den bereits erwähnten und bekannteren Autobauer Škoda Auto mit Sitz in Mladá Boleslav und das Unternehmen Škoda Transportation mit Sitz in Plze´n (Pilsen). Letzteres stellt vor allem Schienenfahrzeuge und Busse her. Beide Unternehmen teilen sich bisher das Logo mit dem geflügelten Pfeil, aber nicht mehr lange. Der Sprecher von Škoda Transportation gab diese Woche bekannt, dass dieses Logo ab Juni 2029 nur noch von Škoda Auto verwendet werden wird. Die grundsätzliche Einigung dazu wurde 2022 erzielt, jetzt wurde der Zeitplan bekanntgegeben. So soll im Frühjahr 2028 das neue Logo für Škoda Transportation vorgestellt werden.
Tschechien für Verletzung von Menschenrechten verurteilt
Tschechien wurde kürzlich in zwei Fällen vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte schuldig gesprochen, in denen es beide Male um die Rechte von Roma ging.
Der eine Fall betraf den Tod eines 46jährigen Rom Stanislav Tomáš in Teplice während eines Polizeieinsatzes im Jahr 2021. Dieser hatte unter Drogeneinfluss randaliert. Auf einer Amateurvideoaufnahme ist zu sehen, dass die Polizisten bei der Festnahme mehrere Minuten lang auf dem Nacken des Mannes knieten. Die Generalinspektion der Sicherheitskräfte hatte damals die Ermittlungen mit dem Ergebnis abgeschlossen, dass die Polizisten keine Straftat begangen hätten. Nachdem das tschechische Verfassungsgericht eine Klage in dieser Sache 2023 abgewiesen hatte, hatten Anwälte des Europäischen Zentrums für Roma-Rechte (ERRC) und des Forums für Menschenrechte (FORUM) Klage beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte eingereicht.
Das Urteil nach zwei Jahren lautet nun, dass die Polizeibeamten eine schutzbedürftige Person in einer potenziell lebensgefährlichen Position festhielten, ohne ihren Gesundheitszustand ordnungsgemäß zu überwachen oder schnell genug zu reagieren, nachdem sie das Bewusstsein verloren hatte. Die Behörden hätten weder einen angemessenen Rechtsrahmen für die Anwendung der Bauchlage geschaffen noch eine angemessene Schulung der Polizeibeamten sichergestellt. Damit habe die Polizei das Recht auf Leben verletzt.
Der zweite Fall betrifft einen Angriff auf Roma durch Fußball-Hooligans im Jahr 2021 in Sokolov. Der Europäische Gerichtshof stellte fest, dass die Ermittlungen unzureichend und unangemessen waren und die tschechischen Behörden ein mögliches rassistisches Motiv ausgeschlossen hatten. Der Fall wird nun vom Justizministerium bearbeitet.
Veto von Präsident Pavel
Der seit Monaten schwelende Konflikt zwischen der Regierung Babiš und Präsident Pavel erhält neue Nahrung. Am Mittwoch hat der Präsident sein Veto gegen ein Gesetz eingelegt, welches der Regierung umfassende Befugnisse zur Aufnahme neuer Schulden gegeben hätte. Der Präsident kritisiert dieses in mehreren Punkten als zu weitgehend und wird in dieser Einschätzung von diversen Experten unterstützt. In einem Video erläutert Pavel seine Beweggründe ausführlich.
Das Veto des Präsidenten hat nur aufschiebende Wirkung und kann vom Parlament mit einfacher Mehrheit überstimmt werden. Das wird voraussichtlich am 25. August geschehen, womit das Gesetz nur rund einen Monat verzögert wird. Dennoch kritisieren Vertreter der Regierungsparteien den Präsidenten überaus harsch und werfen ihm Machtmissbrauch und Demagogie vor. Dies passt in die lange Reihe verbaler Angriffe auf den Präsidenten in den letzten Monaten, vor allem im Streit um dessen Teilnahme am NATO-Gipfel in Ankara. In diesem Zusammenhang greifen die Regierungsparteien auch gleich noch das Verfassungsgericht an, welches dem Präsidenten vorläufig Recht gegeben hatte. Eine solche Diskreditierung anderer Verfassungsorgane ist kein gutes Zeichen in einer Demokratie.
Elb-Staustufe könnte ab 2029 gebaut werden
Wie die tschechische Wasserstraßenverwaltung ŘVC kürzlich mitteilte, könnte der Bau der Staustufe bei Děčín Anfang 2029 beginnen, wenn die Genehmigungsverfahren gemäß dem vorgesehenen Zeitplan fortgesetzt würden. Die Inbetriebnahme könnte dann im Jahr 2033 erfolgen. Die Staustufe solle die Schiffbarkeit der Elbe auf tschechischer Seite verbessern und gleichzeitig ein Wasserkraftwerk beinhalten, welches einen Großteil der Haushalte in Děčín mit Strom versorgen könne.
Die Schifffahrtsbedingungen auf der Elbe sind laut ŘVC derzeit äußerst unvorhersehbar, da während des größten Teils des Jahres kein ausreichender Tiefgang gewährleistet sei, was eine langfristige Planung des Schiffsverkehrs unmöglich mache und zu einer Verlagerung des Transports auf Straße und Schiene führe. Ein Vertreter der Binnenschiffer erklärte, dass es im März dieses Jahres gelungen sei, mehrere übergroße Sendungen zu befördern, wobei einige Stückgüter fast zwei Jahre lang auf ihren Transport gewartet hätten. Seit Ende März wäre es aber wieder problematisch.
Umweltschützer protestieren seit Langem gegen den Bau der Staustufe. Laut ŘVC verfüge man jedoch über Fachstudien und Analysen, die belegen, dass die notwendigen Ausgleichsmaßnahmen technisch machbar wären. Neben einer Fischtreppe seien darunter auch Maßnahmen zur Schaffung und Erhaltung natürlicher Lebensräume in der Umgebung des Flusses.
Ein wichtiger Streitpunkt in der ganzen Sache ist, ob sich die hohen Investitionen und die Umwelteingriffe lohnen, wenn die Schiffbarkeit der Elbe auf deutscher Seite ohnehin oft nicht gegeben ist. Die Staustufe würde nur die Schiffbarkeit auf tschechischer Seite um ein paar Kilometer verlängern, könnte jedoch die von der ŘVC als Begründung angeführte Verbindung tschechischer Binnenhäfen mit internationalen Häfen nicht gewährleisten.
Skulptur in Prag eingestürzt
Wie der Dresdner Carolabrücke erging es letzten Freitag der Beton-Skulptur „Rovnováha“ (Gleichgewicht) in Prag neben der Barrandov-Brücke: Sie stürzte unerwartet ein. Die trotz des Namens mangelnde Stabilität der Skulptur war bereits bekannt, weshalb der Bereich darunter abgesperrt war.
Schon am Montag hat der Prager Stadtrat nun beschlossen, das Werk des Bildhauers Josef Klimeš originalgetreu zu rekonstruieren und die dafür notwendigen rund 13 Mio. CZK (ca. 530.000 Euro) bereitzustellen. Dabei soll die gleiche Bauweise wie 1989 angewendet werden.
Sommerpause
Unser Newsletter macht nun zwei Wochen Sommerpause. Die nächste Ausgabe kommt am 14. August. Bis dahin wünschen wir eine schöne Sommerzeit.
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Tschechischer "Doppelsieg" in Wimbledon
In einem rein tschechischen Wimbledon-Finale siegte am letzten Samstag die erst 21-jährige Linda Nosková über ihre Landsfrau Karolína Muchová. Sie ist damit bereits die dritte tschechische Siegerin in Wimbledon in den letzten vier Jahren und die sechste seit 1998. Es war das erste rein tschechische Finale, denn als sich 1986 Hana Mandlíková und Martina Navrátilová gegenüberstanden, trat letztere - die diesmal als Zuschauerin dabei war - bereits für die USA an.
Nosková sorgte für einen sehr emotionalen Moment, als sie bei der Siegerehrung an ihre vor zwei Jahren verstorbene Mutter erinnerte und einen Handkuss gen Himmel schickte.
Ausstellung zu Hurvíneks 100. Geburtstag
Die bekannte und beliebte Marionette Hurvínek trat vor 100 Jahren, am 2. Mai 1926, zum ersten Mal auf eine Bühne. Bis zum 11. Oktober 2026 läuft aus diesem Anlass eine Ausstellung in Cheb (Eger), in der auch seine bekannten Wegbegleiter wie Papa Spejbl, die Freundin Mánička und der Hund Žeryk präsentiert werden. Vorrangig widmet sich die Ausstellung jedoch Gustav Nosek, dem Schöpfer dieser Figuren und Sohn der Stadt Cheb.
In der Ausstellung sind viele Hurvínek-Figuren zu sehen, neben dem Original von Nosek auch einige, die für Bühnen in der DDR hergestellt worden waren. Ein Besuch mit Kindern lohnt sich besonders, da diese viel erleben und auch selbst die Puppen auf einer Bühne zum Tanzen bringen können.
Autobahnvignetten werden nicht teurer
Die vorherige tschechische Regierung hatte einen Mechanismus eingeführt, der die Preise für Autobahnvignetten entsprechend der Inflationsrate und dem Ausbau des Autobahnnetzes automatisch teurer macht. Die aktuelle Regierung hat nun einen Gesetzentwurf eingebracht, der diesen Mechanismus abschafft. Der Entwurf wurde vom Parlament in erster Lesung gebilligt.
Eine vom Verkehrsminister angekündigte Änderung bei den Vignetten wird sicher einige freuen: Die Tagesvignette soll zukünftig nicht nur bis 24 Uhr desselben Tages gelten, sondern volle 24 Stunden.
Tschechien Schlusslicht beim Ökostrom
Innerhalb der Europäischen Union liegt Tschechien laut neuen Zahlen von Eurostat weiterhin auf dem letzten Platz bei der Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Quellen. Im ersten Quartal 2026 hatte die EU insgesamt einen Ökostromanteil von 46%, in Tschechien hingegen nur 13%. Deutschland lag bei 50%.
Im Gesamt-Energiemix kamen die Erneuerbaren laut der Internationalen Energieagentur (IEA) so 2024 auf gerade einmal 1,6%. Wenn man Biobrennstoffe und Müll (die nicht getrennt ausgewiesen werden) einbezieht, sind es 12,2% mehr. Fossile Brennstoffe liegen hier mit 66% an der Spitze, gefolgt von Kernenergie mit 21%.
Autofahrer-Partei-Vorsitzender in Verkehrsunfall verwickelt
Der Ehrenvorsitzende der Autofahrer-Partei "Motoristé sobě", Filip Turek, hat am Montag mutmaßlich einen schweren Verkehrsunfall in Prag verursacht, der politische Konsequenzen haben könnte.
Turek sollte in der aktuellen Regierung eigentlich Umweltminister werden, was Präsident Pavel jedoch ablehnte, da er ihn aufgrund früherer rechtsextremer und fremdenfeindlicher Äußerung für ungeeignet hielt. Der monatelange Streit endete damit, dass Turek zum Beauftragten für den Green Deal der EU (also faktisch für dessen Abschaffung) wurde.
Auf den Aufnahmen einer Verkehrskamera ist nun zu sehen, wie Turek mit einem Mercedes G-Klasse auf der Linksabbiegerspur an einer Kolonne vorbeifuhr, dann an der Kreuzung aber nicht abbog, sondern geradeaus weiterfuhr. Dabei rammte er einen mit Blaulicht und Sirene fahrenden Bluttransport, der sich überschlug und dessen Fahrer leicht verletzt wurde. Turek hat daraufhin angekündigt, sein Amt als Green-Deal-Beauftragter erstmal ruhen zu lassen und ggf. niederzulegen, sollte er Schuld an dem Unfall tragen.
Turek war früher einmal Rennfahrer und ist – neben vielem anderen – auch wegen Videos seiner rasanten Autofahrten auf öffentlichen Straßen umstritten.
Rechtsextremistin Liebich ausgeliefert
Um das tschechische Kapitel zu Flucht, Festnahme und Auslieferung der wegen Volksverhetzung, übler Nachrede und Beleidigung zu einer 1,5-jährigen Haftstrafe verurteilten Rechtsextremistin Liebich abzuschließen: Sie wurde am Mittwoch aus der Untersuchungshaft in Litoměřice mit einem Gefängnistransporter nach Deutschland gebracht und direkt an der Grenze an die deutschen Behörden übergeben. Danach kam sie vorerst ins Frauengefängnis in Chemnitz, wo sie eigentlich schon im August 2025 ihre Haftstrafe antreten sollte. Die Gefängnisleitung entschied sehr schnell, sie in ein Männergefängnis zu verlegen, weshalb sie sich mittlerweile in der JVA Zeithain befindet.
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Tschechien erneuert Gräber bedeutender Deutscher
Das tschechische Ministerium für regionale Entwicklung finanziert die Restaurierung von Grabanlagen sowie Denkmälern bedeutender Deutscher. Rund 9,5 Millionen Kronen (ca. 390.000 Euro) verteilt das Ministerium an 55 Projekte. Gefördert wird bis zu 70 Prozent der Gesamtkosten. Dabei geht es um Objekte in sieben Bezirken Tschechiens, vor allem im Grenzgebiet. So fördert das Ministerium zum Beispiel die Erneuerung des Grabes von Franz Tschinkel in Lovosice (Lobositz) mit 150.000 Kronen (rund 6.250 Euro). Franz Tschinkel gründete gemeinsam mit seinen Brüdern und seinem Vater 1856 in Lovosice eine Fabrik zur Herstellung von Kaffeeersatz aus Zichorie. Die Fabrik entwickelte sich zu einem Unternehmen, das seit 1938 den Namen „Deli“ trug und aus der heute bekannte Marken wie Deli (Riegel), Tatranka (Waffeln) oder Esíčka (Kekse) hervorgingen. Mittlerweile gehört die Firma zum Konzern Mondelēz International.
Unterstützt wird auch die Sanierung des Grabes der Familie Brettschneider in Děčín (Tetschen) mit 56.975 Kronen. Rudolf Brettschneider war Eigentümer der hiesigen Druckerei.
Die Förderung durch das Ministerium basiert auf Vereinbarungen im Deutsch-Tschechoslowakischen Vertrag über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit aus dem Jahr 1992.
Gericht bestätigt Auslieferung von Rechtsextremistin Liebich
Tschechien liefert die Rechtsextremistin Marla Svenja Liebich an Deutschland aus. Das bestätigte das Oberste Gericht in Prag. Damit ist das zuvor vom Bezirksgericht in Plzeň (Pilsen) gefällte Urteil rechtskräftig. Liebich war in Berufung gegangen, um seine Auslieferung zu verhindern. Sie war im April in Aš aufgrund eines internationalen Haftbefehls festgenommen worden. Den hatte die Staatsanwaltschaft in Halle/Saale ausgestellt. Liebich war bereits 2023 – damals noch als Mann mit dem Vornamen Sven – zu einer 1,5-jährigen Haftstrafe wegen Volksverhetzung, übler Nachrede und Beleidigung verurteilt worden, entzog sich der Haft allerdings durch ihre Ausreise nach Tschechien.
Amnestie bringt 6.000 Waffen ein
Es war eine der erfolgreichsten Waffenamnestien in der tschechischen Geschichte. Seit Jahresbeginn bis Ende Juni konnten in Tschechien straffrei nicht angemeldete Waffen legalisiert werden. Davon machten mehr Menschen Gebrauch als bei ähnlichen Amnestien. Insgesamt wurden nicht nur 5.918 Waffen abgegeben, sondern auch 213.000 Stück Munition und 64 Kilogramm Sprengsätze.
Häufig handelte es sich aber auch um historische und damit teils sehr wertvolle Waffen, zum Beispiel ein britisches Maschinengewehr vom Typ Sten MK II. Mit so einer Waffe war 1942 das Attentat auf den brutalen nationalsozialistischen Vize-Reichsprotektor Reinhard Heydrich verübt worden. Im Bezirk Ústí fand sich unter den abgegeben Waffen ein deutsches Maschinengewehr Vollmer-Erma EMP mit 9 mm Luger-Projektil, das heute rund 24.000 Kronen wert wäre (ca. 1.000 Euro).
Die Waffen werden erfasst und einer ballistischen Prüfung unterzogen, um sicherzugehen, dass damit in der Vergangenheit keine Straftaten verübt worden. Wenn der Eigentümer der Waffe alle gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt, erhält er bei Interesse und nach Registrierung die Waffe zurück. Die übrigen Waffen kommen in den Sammelbestand des Polizeimuseums oder des Kriminalistischen Instituts. Waffen, für die kein Interesse besteht, werden vernichtet.
Fluss Bílina wird aus Rohren befreit
Der Fluss Bílina (Biela) wird in den kommenden Jahren wieder in einem natürlichen Flussbett fließen. Nach 40 Jahren soll er aus Rohren befreit und wieder sichtbar werden. In die Rohre war er auf drei Kilometern Länge zwischen den Städten Chomutov (Komotau) und Most (Brüx) verschwunden, um einen sicheren Braunkohlebergbau zu gewährleisten. Dafür wurde der Fluss in vier große Rohrleitungen gepresst. Das Gebiet diente für den Bergbau als Halde und es drohte ein Wasserdurchbruch in den Tagebau, wenn man den Fluss an der Oberfläche belässt. In dem Gebiet wurden wegen der Braunkohle auch viele Gemeinden abgerissen, darunter die Kleinstadt Ervěnice (Seestadtl), die einmal über 5.000 Einwohner hatte.
Da die Bílina künftig wieder naturnah fließen soll, verlängert sich ihr Flusslauf wegen der Mäander auf insgesamt 4,7 Kilometer. Nach und nach sollen auch Lebewesen wie Pflanzen und Tiere in den Fluss zurückkehren und er soll später zum Anglerparadies werden.
Die Bílina galt einst als der am schwersten verschmutzte Fluss in Tschechien. Er entspringt im Erzgebirge als klarer Gebirgsbach, durchfließt später nicht nur das Kohlegebiet, sondern auch an vielen Chemiefabriken vorbei und mündet in Ústí nad Labem (Aussig) in die Elbe.
Neuer Weg sakraler Denkmäler in Šluknov
In der Kleinstadt Šluknov (Schluckenau) kann man neuerdings auf einem Lehrpfad eine Vielzahl von sakralen Denkmälern erwandern. Die elf Kilometer lange Strecke verbindet insgesamt 18 Denkmäler wie Kreuze, Kapellen und Kreuzwege. Von denen gibt es allein auf den Fluren von Šluknov drei. Der ohnehin an sakralen Denkmälern reiche Schluckenauer Zipfel zeigt sich in der namensgebenden Stadt der Region besonders ausgestattet. Der Kreuzweg nahe dem Stadtzentrum ist zugleich der älteste im Zipfel. Die vielen Denkmäler verweisen auf die Zeit vor 1945. Spätestens seit der Rekatholisierung war der Zipfel zu einer der gläubigsten Regionen in ganz Böhmen und Mähren geworden. Martin Chroust, Leiter der Abteilung für Entwicklung und Umwelt bei der Stadt Šluknov, erklärt das mit der Nähe von Sachsen, das seit der Reformation protestantisch war und an dem die Rekatholisierung vorbeiging. „Die überwiegend deutschen Einwohner des Zipfels waren von ebenfalls Deutschen umgeben, allerdings protestantischen Glaubens. Mit den Kreuzen und Statuen wollten sie ihnen ihre katholische Ergebenheit demonstrativ zeigen“, erklärt Chroust. Mit dem neuen, gelb markierten Weg wurden zugleich an fünf Denkmälern erstmals Informationstafeln angebracht.
Bereits im letzten Jahr wurden in und um Šluknov vier Rundwege markiert. Sie widmen sich den Themen „Architektur“, „Steinbrüche“, „Fukov - Pfad durch das verschwundene Dorf“ und „Großer Aussichtsrundweg“.
Kirche in UNESCO-Altstadt bekommt neue Fassade
Die Fassade der spätgotischen Mariä-Himmelfahrtskirche in Krupka (Graupen) wird umfassend saniert. Der Kirchenbau ist eines der wichtigsten Baudenkmäler von Krupka und befindet sich mitten in der von der UNESCO geschützten Altstadt. Diese ist Teil der UNESCO-Montanregion.
Die Sanierung erfolgt nicht durch die Kirche, sondern die Stadt, der der Bau seit 2016 gehört. Seitdem wurde bereits eine komplette Sanierung des Inneren der Kirche durchgeführt. Die Sanierung der Fassade umfasst auch eine statische Absicherung und die Restaurierung zahlreicher bildhauerischer Elemente. Die Fertigstellung ist für Oktober 2027 vorgesehen. Die Kosten belaufen sich auf fast 20 Millionen Kronen (830.000 Euro). Die Stadt wird bei der Fassadensanierung finanziell vom Bezirk Ústí und dem Kulturministerium unterstützt. Den Großteil von rund 13 Millionen Kronen steuert aber die Stadt bei.
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