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Neuigkeiten
Nördlichster Aussichtsturm Tschechiens wird eröffnet
Auf dem Gipfel des Jitrovník (deutsch: Jüttelsberg) eröffnet am Samstag ein neuer Aussichtsturm. Der Jitrovník liegt westlich von Šluknov (Schluckenau) nahe dem Ortsteil Království (Königswalde) und gehört mit 510 Metern zu den höchsten Gipfeln der böhmisch-sächsischen Lausitz. Die 31 Meter hohe Stahlkonstruktion mit Holzverkleidung des Architekten Tomáš Beneš verspricht Fernblicke und neue Perspektiven. Denn in dieser Gegend gibt es bislang keinen vergleichbaren Aussichtsturm.
Das war vor über 120 Jahren noch anders. Damals gab es im Schluckenauer Zipfel noch mehr Türme. Auf dem Jitrovník stand bis 1903 ein Aussichtsturm vorwiegend aus Holz. Der neue Aussichtsturm ist denn auch der erste seit 1905, der im Schluckenauer Zipfel neu gebaut wurde. Der letzte Neubau war damals der Turm auf dem Berg Tanečnice (Tanzplan) bei Mikulášovice. Der Turm auf dem Jitrovník ist nun aber der nördlichste Aussichtsturm nicht nur des Schluckenauer Zipfels, sondern ganz Tschechiens.
Die Kosten für den Neubau in Höhe von 13 Millionen Kronen (540.000 Euro) wurden zum großen Teil aus EU-Mitteln gedeckt, die in einem Gemeinschaftsprojekt mit der Stadt Sohland eingeworben wurden. Der Turm befindet sich nahe der Grenze zu Sachsen und ist auf markierten Wegen auch gut von Ebersbach oder Taubenheim zu erreichen. Für die Einweihung am Samstag ist ein festliches Programm geplant.
Preis für tschechische Autobahnvignette bleibt gleich
Gute Nachricht für alle, die in Tschechien mit dem Auto unterwegs sind. Der Preis für die Autobahnvignetten wird zu Beginn des nächsten Jahres nicht erhöht. Das tschechische Parlament beschloss eine Änderung des Gesetzes über Landverkehrswege, das bisher eine jährliche Erhöhung ab Januar des Folgejahres vorsah. Damit bleiben die Preise auch 2027 auf dem Niveau des Vorjahres. Für die Jahresvignette werden 2.570 Kronen (107 Euro) fällig, die Monatsvignette kostet 480 Kronen (20 Euro), die Zehntagesvignette ist weiter für 300 Kronen (12,50 Euro) zu haben und für einen Tag Autobahnnutzung zahlt der Verbraucher 230 Kronen (9,60 Euro). Mit der Novelle ändert sich zugleich die Gültigkeit der Tagesvignette. Die gilt neu 24 Stunden ab Kauf und nicht mehr nur bis Mitternacht des Kauftages wie bisher.
Die Vorgängerregierung hatte einen Mechanismus eingeführt, der den Preis der Vignetten jährlich steigen ließ. Autos mit Elektroantrieb bzw. die auf Wasserstoffbasis fahren, brauchen keine Vignetten (müssen dafür aber in Tschechien registriert werden). Für Autos, die mit Erdgas oder Biomethan fahren sowie für Plug-In-Hybride, gilt ein ermäßigter Preis. Kaufen kann man die Vignette, die in Tschechien seit Jahren nur noch in digitaler Form zu haben ist zentral über die staatliche Webseite edalnice.cz.
Václav-Havel-Bibliothek erhält neuen Namen
Die Václav-Havel-Bibliothek hat sich in 1. Präsidentenbibliothek umbenannt. Damit reagierte der neue Verwaltungsrat auf die Entscheidung der Präsidentenwitwe Dagmar Havlová vom Juni, die Einwilligung zur Nutzung des Namens von Václav Havel zurückzuziehen. Havlová hatte sich zudem ganz aus der Bibliothek zurückgezogen, die sie 2004 mitgegründet hatte.
Die Bibliothek hatte fast 20 Jahre das Vermächtnis des ersten frei gewählten Präsidenten der Tschechoslowakei und Tschechiens nach der Samtenen Revolution 1989 gepflegt. Dafür wurde ein dichtes Programm gestaltet, das im Schnitt jede Woche vier Veranstaltungen hatte. In der Bibliothek kamen Zeitzeugen zu Wort genauso wie Historiker, Künstler und Politiker. Es wurden Ausstellungen initiiert, Publikationen vorgestellt und mit Schulen kooperiert.
Doch Anfang des Jahres kam es zwischen dem noch neuen Leiter Tomáš Sedláček und dem Kollegium zu einem tiefen Zerwürfnis, in dessen Folge das gesamte Team kündigte, darunter auch der langjährige Programmdirektor, Schriftsteller und Mitunterzeichner der Charta 77 Jáchym Topol. Sedláček wurde später zwar vorübergehend außer Dienst gestellt. Aber da hatten sich bereits die wichtigsten Sponsoren und in der Folge dann auch Dagmar Havlová zurückgezogen.
Die Bibliothek möchte nun mit neuem Namen und auch neuem Personal an die bisherige Arbeit anknüpfen. Unter den neuen Verwaltungsratsmitgliedern sind auch Weggefährten von Václav Havel wie der Musiker Michal Kocáb. Sedláček dagegen wurde nach nur zweijähriger Tätigkeit endgültig gekündigt.
Doch es ist die Frage, ob die Arbeit der Bibliothek wie im bisherigen Maße überhaupt möglich ist. Neue Sponsoren sind angeblich an Bord. Aber die Namensrechte sind endgültig weg. Die hat Dagmar Havlová Anfang dieser Woche an die Stadtbibliothek von Prag übergeben. Allerdings gibt es dort keine eigene Václav-Havel-Abteilung, sondern bisher nur wenige Veranstaltungen zum kommenden 90. Geburtstag des Schriftstellers und Präsidenten. Auch wie mit dem Archiv der bisherigen Václav-Havel-Bibliothek verfahren wird, bleibt unklar.
Prager Seilbahn geht nach Sanierung wieder in Betrieb
Die Prager Standseilbahn auf den Petřín-Hügel (Laurenziberg) ist nach zweijähriger Sanierungspause am Montagmorgen wieder in Betrieb gegangen. Wider Erwarten hielt sich der Ansturm auf die Bahn in Grenzen. Vermutlich lag es laut den Prager Verkehrsbetrieben an der frühen Startzeit von 7 Uhr. Die Seilbahn ist integraler Bestandteil des öffentlichen Nahverkehrs in der Hauptstadt und verkehrt täglich zwischen 7 Uhr und 22.15 Uhr immer im Abstand von 10 Minuten. Sollte die Nachfrage sprunghaft ansteigen, ist aber auch eine Verkürzung der Intervalle möglich.
In den letzten zwei Jahren wurde nicht nur die Seilbahnstrecke saniert. Der Hang musste stabilisiert werden. Es sind nun auch neue Wagen unterwegs. Entworfen hat sie die Designerin Anna Marešová, Absolventin der Universität in Ústí nad Labem (Aussig), die auch die neue Seilbahn auf den Ještěd (Jeschken) bei Liberec (Reichenberg) entworfen hat. Die neue Bahn hat größere Fensterflächen und bietet so bessere Aussichten. Außerdem bietet sie 120 Passagieren Platz. Zuvor lag das Limit bei 100 Plätzen. Gebaut wurde die Bahn von dem österreichisch-schweizerischen Konsortium Doppelmayr/Garaventa. Die Anschaffungskosten lagen bei 137,7 Millionen Kronen (5,7 Millionen Euro).
Bis August 2027 fährt die Seilbahn im Probebetrieb. So lange wird auch ein Mitarbeiter in den Kabinen anwesend sein. Die Bahn fährt zwar ferngesteuert von der oberen Station aus, aber im Falle einer Havarie oder einer Störung können die Mitarbeiter vor Ort in Abstimmung mit der Steuerzentrale das weitere Vorgehen koordinieren.
Mit der Inbetriebnahme hat sich die Einzelfahrt von 60 auf 100 Kronen verteuert. Wer das Ticket über die App der Prager Verkehrsbetriebe kauft, zahlt nur 90 Kronen. Die Bahn kann unverändert mit Netzkarten oder 24- und 72-Stunden-Tickets genutzt werden. Kinder bis 15 Jahre und Erwachsene ab 65 Jahre fahren kostenlos.
Auch Tschechien freut sich über den Vindobona
Der historische Schnellzug Vindobona hat seine erste Fahrt nach Tschechien hinter sich. Ganz ohne Zwischenfälle ging es aber nicht zu. Der Schnellverkehrstriebwagen (SVT), früher als VT 18.16 bekannt, wurde auf Umwege gezwungen. Wegen eines Kupplungsschadens kehrte der Zug nicht wie geplant über Liberec und Hrádek nad Nisou, sondern durchs Elbtal auf der rechtselbischen Strecke über Štětí, Ústí nad Labem-Střekov und Děčín zurück. Überall an der Strecke rief er großes Interesse hervor, Videos und Fotos füllen das Internet, Tagespresse und die sozialen Medien.
In Tschechien ist der Kultzug, der früher im internationalen Reiseverkehr der DDR eingesetzt und in den letzten Jahren mit viel Einsatz wieder restauriert wurde, übrigens unter einem anderen Namen bekannt. Da viele Züge und Loks in Tschechien Tiernamen tragen, überrascht der tschechische Spitzname nicht: Wegen der Frontpartie wird er Delfin genannt.
Am Montag ist in Tschechien Feiertag
Am Montag feiert Tschechien seine Staatlichkeit. Das Land erinnert damit an den Landespatron, den heiligen Wenzel. Am 28. September wurde der Heilige, dessen Reiterstatue am oberen Ende des nach ihm benannten großen Platzes steht, ermordet.
Der Feiertag gehört in Tschechien zu jenen Tagen, an dem Geschäfte geschlossen bleiben. Davon ausgenommen sind Läden mit unter 200 Quadratmeter Ladenfläche und Tankstellen. Es ist jedoch damit zu rechnen, dass auch kleinere Läden geschlossen bleiben oder zumindest ihre Öffnungszeiten anpassen. In Cafés und Restaurants gelten die Sonntagsöffnungszeiten. Museen, Schlösser, Zoos und andere Freizeiteinrichtungen haben aber geöffnet.
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Prag zeigt Kronjuwelen
Seit Dienstag ist es wieder so weit. Im Vladislav-Saal der Prager Burg (Hradschin) werden die Kronjuwelen ausgestellt. Seitdem dürfen Schulklassen die wertvollen Stücke besichtigen. Ab Samstag bis zum 28. September stehen die Kronjuwelen dann für die breite Öffentlichkeit zur Besichtigung. Die Kronjuwelen bestehen neben der Wenzelskrone auch aus dem Königszepter und dem Reichsapfel.
Die Kronjuwelen sind im Veitsdom in der Kronenkammer verschlossen und wurden in der Vergangenheit nur selten der Öffentlichkeit gezeigt. Präsident Petr Pavel entschied, die Juwelen jedes Jahr für zwei Wochen zu zeigen. Um die Kammer zu öffnen, müssen sich alle sieben Schlüsselträger auf einmal versammeln. Dabei handelt es sich um den Staatspräsidenten, den Premierminister, die Präsidenten der beiden Parlamentskammern, den Prager Erzbischof, den Oberbürgermeister von Prag sowie den Dekan des Metropolitankapitels beim heiligen Veit in Prag.
Die Besichtigung des Symbols der tschechischen Staatlichkeit ist jeden Tag von 9 bis 17 Uhr möglich. Der letzte Tag der Besichtigung, der 28. September, ist zugleich der Tag der tschechischen Staatlichkeit, der Tag, an dem der Böhmenfürst, der heilige Wenzel, 935 ermordet wurde.
60. Geburtstag eines genialen Tschechen
Außerhalb Tschechiens wird der Name Jára Cimrman nur einigen wenigen Eingeweihten ein Begriff sein. Dabei handelt es sich bei ihm um ein Genius von Weltrang, der sich um viele bekannte Erfindungen verdient gemacht hatte.
In Wirklichkeit ist Cimrman eine reine Erfindung, entsprungen der Phantasie der Drehbuchautoren und Rundfunkjournalisten von Jiří Šebánek und Zdeněk Svěrák. Das erste Mal erklang der Name am 16. September 1966 im Tschechischen Rundfunk. Ein Jahr später ging das Jára-Cimrman-Theater in seine erste Spielzeit, das bis heute aktiv ist. Es entstanden nicht nur eine Vielzahl an Theaterstücken, die Cimrman geschrieben haben soll, aber die eigentlich aus der Feder von Zdeněk Svěrák und Ladislav Smoljak stammten. Untrennbarer Bestandteil einer Theateraufführung waren und sind zudem Vorlesungen zu Forschungen über und von Jára Cimrman. Ein Cimrman-Forscher wird in Tschechien als Cimrmanolog bezeichnet.
Die Stücke und Zitate daraus gehören in Tschechien zum Allgemeinwissen, viele Zitate haben sich verselbständigt. Auch Jára Cimrman hat sich auf gewisse Weise verselbständigt. In Umfragen nach den berühmtesten Tschechen landete das Phantom regelmäßig unter den ersten zehn, in trauter Gesellschaft mit Personen wie Kaiser Karl IV., dem heiligen Wenzel, Johann Amos Comenius, Jan Hus, Tomáš Garrigue Masaryk, Václav Havel, Martina Navrátilová oder Karel Gott.
Cimrman soll eigentlich irgendwann im 19. Jahrhundert gelebt haben. Anfangs als Fahrer einer Dampfwalze und Hobby-Bildhauer bekannt, wurde er kurz darauf zum Genius, der unter anderem den Joghurt erfand, in Paraguay ein Puppentheater gründete, den Nordpol um schlappe 7 Meter verfehlte, Thomas Alva Edison bei der Erfindung der Glühlampe half und Gustave Eiffel ein Zimmer vermietete.
Auch in der Nähe der sächsisch-tschechischen Grenze hinterließ er seine Spuren. Im Ausflugsrestaurant des Mückentürmchens (Komáří vížka) soll ihm auf der dortigen Toilette die geniale Idee eines Sitzfasses gekommen sein. Die Logik war die: Wenn Menschen das Bier im Sitzen trinken, warum soll es dann nicht auch in den Fässern im Sitzen reifen.
Eine der größten Orgeln Tschechiens spielt wieder
Eine der größten Orgeln Tschechiens erklingt seit Anfang September ganz in der Nähe zu Sachsen. Der Erzbischof von Prag und apostolische Administrator der Diözese Litoměřice (Leitmeritz) Stanislav Přibyl segnete am 6. September die Orgel der Mariä-Himmelfahrts-Klosterkirche von Osek (Ossegg) in einem Festgottesdienst. Am gleichen Tag fand ein festliches Eröffnungskonzert statt. An der Orgel spielte der tschechische Organist Daniel Knut Pernet.
Es war sogar das erste Mal, dass die Orgel in vollem Klang zu hören war. Denn als sie 1933 von der berühmten Orgelbaufirma Gebrüder Rieger aus Krnov (Jägerndorf) errichtet wurde, konnten nur drei Manuale fertiggestellt werden. Danach kam der Krieg und später die Vertreibung der vorwiegend deutschen Bevölkerung. Mit der gewaltsamen Machtübernahme 1948 durch die Kommunisten begann auch eine Verfolgung der Kirche und der Orden, die zudem verboten wurden. Das Zisterzienserkloster wurde zu einem Internierungslager für Nonnen und Mönche. Später litt die Bausubstanz unter der fehlenden Nutzung und Pflege. Das galt auch für die Orgel.
Nach der umfassenden Sanierung der Klosterkirche zwischen 2018 und 2021 begann 2021 auch die Restaurierung der Orgel. Diese wurde wieder das Werk einer Firma aus Krnov. Das Ausschreibungsverfahren gewann die Firma Ponča. Im Zuge der Restaurierung wurde zugleich das ursprünglich geplante vierte Manual eingebaut. Dabei handelt es sich um ein Manual, das über dem Kirchenchor positioniert aus der Ferne von der Orgelempore aus gespielt wird. Damit verfügt die Orgel nun über 6.003 Pfeifen, mehr als die neue Orgel im Veitsdom zu Prag, mit 5.755 Pfeifen. Dafür hat die Orgel in Prag 121 Register, die erweiterte Orgel in Osek 83.
Die Restaurierung und Erweiterung der Orgel kostete 24 Millionen Kronen (rund 1 Million Euro). Die Sanierung der Klosterkirche hatte zuvor 130 Millionen Kronen (5,4 Millionen Euro) gekostet.
Streit um Kriegsdenkmal in Dubí
Ein Denkmal zum Andenken an die Gefallenen des ersten Weltkriegs entwickelt sich in Dubí (Eichwald) gerade zum großen Streitfall. Die Stadt hatte beschlossen, das Denkmal zu restaurieren und an seinem früheren Platz in einem kleinen Wäldchen über dem Goethe-Park wiederzuerrichten. Das Denkmal hat eine bewegte Geschichte: Nach der Vertreibung der deutschen Bevölkerung nach dem zweiten Weltkrieg wurde es abgerissen und in der Erde vergraben. Anfang der 1990er Jahre grub es Lubomír Koudelka mit einem Freund wieder aus und stellte es in seinem Garten auf. Es bestand aus einem Quader, auf dem in Deutsch die Namen der Gefallenen aus Dubí aufgeführt waren. Auf dem Quader stand der Torso eines Soldaten. Der Soldat steht nun extra einige Meter vom Denkmal entfernt. Dafür hat das neue Denkmal einen rostigen Helm auf dem Sockel.
Mit dem Besitzer Lubomír Koudelka hat sich die Stadt bereits auf die Schenkung des Denkmal geeinigt, auch mit dem Grundstücksbesitzer, wo das Denkmal wieder aufgestellt werden soll, steht eine Einigung bevor.
Inzwischen ist aber offen, ob es überhaupt zur Wiedererrichtung kommt, denn die tschechischen Legionäre aus Teplice wenden sich in einem offenen Brief gegen die Erneuerung des Denkmals. Das sei angeblich in einer bereits faschistisch aufgeheizten Atmosphäre entstanden, wofür sich allerdings keine Beweise finden. Die Legionäre waren im ersten Weltkrieg tschechische Kämpfer, die nicht in der Armee Österreich-Ungarns kämpften, sondern auf der Seite der Entente, also Großbritanniens, Russlands und Frankreichs. Nach dem Ersten Weltkrieg gehörten sie zum Kern der Armee des neuen Staates Tschechoslowakei. Später waren sie auch im antifaschistischen Widerstand aktiv.
Allerdings scheint hinter dem offenen Brief der Legionäre eher eine kommunalpolitische Auseinandersetzung zu stehen. Angeführt werden die Legionäre nämlich von Petr Pípal, dem früheren langjährigen Bürgermeister von Dubí, der in den Wahlen im Oktober ins Rathaus zurückkehren will. Der jetzige Bürgermeister Jiří Kašpar hatte die Wiederaufstellung des Denkmals initiiert. Das Denkmal sei Teil der Geschichte, es werde Bürgern der Stadt gedacht, die ihr Leben ließen, und das seien nicht nur Deutsche gewesen. Außerdem handelt es sich um ein Kriegsdenkmal, das in der Datenbank des Verteidigungsministeriums registriert ist, weshalb die Stadt die Pflicht habe, sich darum zu kümmern. Für die Finanzierung der Wiederaufstellung stünden auch Gelder des Ministeriums bereit.
Der Historiker Jan Grisa weist auf das untypische Verhalten der Legionäre hin. In ganz Tschechien werden Kriegsdenkmäler wieder aufgestellt oder saniert, häufig mit der Zustimmung der örtlichen Bevölkerung und nicht selten unter dem Zutun der Legionäre, und das auch in den einst deutsch besiedelten Gebieten.
Trauer um Architekt Ivan Nosek
Im Alter von 85 Jahren starb der Architekt Ivan Nosek. Er war Schöpfer der Wenzelskapelle in dem Dorf Bílka pod Milešovkou am Fuße des Milešovka (Milleschauer) im Böhmischen Mittelgebirge. Die künstlerische Ausgestaltung im Innern der Kapelle hatte sein Künstlerfreund Jan Koblasa beigetragen. Beide wirkten nach ihrer Emigration in Deutschland. Nosek arbeitete eine Zeit lang auch für den Magistrat von Köln. Nach 1989 kehrte er zeitweise nach Tschechien zurück und verbrachte die Sommer im Wochenendhaus seiner Familie in Bílka. Sein Vater, ebenfalls Architekt, wurde 1948 gezwungen, mit seiner Familie nach Nordböhmen zu ziehen. Nosek wuchs deshalb in Teplice auf, absolvierte die Mittelschule für Industrie in Děčín und ging zum Studium nach Prag.
In der Zeit seiner Emigration war die historische Kapelle in Bílka verfallen. In den 1990er Jahren begann er mit der Planung einer neuen Kapelle. Der moderne Bau steht fast genau an der Stelle des Vorgängerbaus. Gemeinsam mit Koblasa machte er sich auch um den Freundschaftsweg verdient. Dabei geht es um Wege um das Dorf Bílka, an denen insgesamt 14 Kunstwerke von tschechischen und deutschen Künstlern stehen.
Nosek begründete mit seiner Familie auch die Tradition des Wenzelfestes, das traditionell in zeitlicher Nähe zum Feiertag des heiligen Wenzel stattfindet. Er starb nur wenige Tage vor dem traditionellen Fest, das in diesem Jahr am 26. September stattfindet.
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Johannes der Täufer zurück in Fláje
Ende der 1950er Jahre musste das Dorf Fláje (Fleyh) nahe der Grenze zu Sachsen dem Bau einer Talsperre weichen. Heute ist Fláje Teil von Český Jiřetín und besteht nur aus wenigen Gebäuden nahe der Staumauer. Genau dort, nur wenige Meter von der Staumauer entfernt, steht seit Juli eine Statue Johannes des Täufers. Am vergangenen Freitag wurde sie vom Prager Erzbischof und apostolischen Verwalter der Diözese Litoměřice (Leitmeritz) Stanislav Přibyl gesegnet.
Die Bronzestatue ist eine Arbeit der Künstlerin Petra Wolfová. Johannes der Täufer war der Schutzheilige von Fláje. Eine Statue von ihm gab es schon einmal ab dem Jahr 1760. Der originale Sockel steht heute in Český Jiřetín.
In die neue Statue ist in die Brust eine Öffnung in Form eines Kreuzes eingelassen. Hinter der Statue erstreckt sich die Wasserfläche der Trinkwassertalsperre aus dem Jahr 1963. „Die Attribute des heiligen Johannes des Täufers sind das Kreuz und das Wasser. Mir gefiel der Gedanke, dass das Wasser durch diese Kreuzöffnung hindurch zu sehen ist“, erklärt die Künstlerin ihr Werk.
Die Statue ist eine Initiative des Vereins "Českojiřetínský spolek". Ein erste StatueJohannes des Täufers aus Stein war wegen Verunreinigungen im Stein fehlerhaft und deshalb nicht wie ursprünglich vorgesehen an der Staumauer, sondern in der Nähe des Standorts der ehemaligen Kirche am östlichen Ufer der Talsperre aufgestellt worden.
PISA-Schock auch in Tschechien
Auch in Tschechien hat die neue PISA-Studie über den Bildungsstand von 15-jährigen Spuren hinterlassen. Das Land hat zwar immer noch eine bessere Position inne und konnte in allen Teildisziplinen überdurchschnittliche Ergebnisse vorweisen. Allerdings haben sich die Leistungen seit der letzten Untersuchung vor vier Jahren deutlich eingetrübt und der einst komfortable Vorsprung vor den meisten Ländern in der Europäischen Union ist dahin. Am deutlichsten war der Einbruch beim Leseverständnis. Langfristig geht es aber vor allem in Mathematik nach unten. Tschechien hat schon länger einen hohen Anteil Kinder, die nicht einmal Basisniveau erreichen. Auch die Schüler mehrjähriger Gymnasien verschlechterten sich.
„Immer noch spielt das soziale Umfeld eine entscheidende Rolle“, sagt Oberschulinspektor Tomáš Zatloukal der Tageszeitung Hospodářské noviny. „Die Ergebnisse sind keine Überraschung, weil wir seit Jahrzehnten den gleichen Unterricht führen“, so Zatloukal weiter. „Wir verlassen uns zu sehr auf die Unterstützung durch die Familien, und wenn es die nicht gibt, bleiben die Schüler zurück und ihre Probleme häufen sich.“
Interessant ist auch ein Blick auf die Schularten. So haben sich Schüler von sogenannten mehrjährigen Gymnasien deutlich verschlechtert, während Schüler von vierjährigen Gymnasien sich sogar verbessert haben. Auf mehrjährige Gymnasien wechselt man bereits nach der 5. Klasse. Die anderen Schüler bleiben länger auf der Grundschule und wechseln erst nach der 9. Klasse. Laut PISA zeigen sie inzwischen bessere Leistungen als jene, die schon vier Jahre vor ihnen aufs Gymnasium gewechselt sind. Zatloukal sieht darin zwei Gründe: „Nach der 5. Klasse wechseln nicht die besten Schüler. Gleichzeitig ist der Unterricht an den mehrjährigen Gymnasien am meisten veraltet.“
Das einzige Fach, in dem tschechische Schüler langfristig stark sind und sich auch diesmal nicht verschlechtert haben, ist die digitale Erziehung.
Freispruch im Waldbrandprozess
Der verheerende Großbrand in der Böhmischen und teils auch Sächsischen Schweiz im Sommer 2022 hat keinen bekannten Verursacher. Der bislang einzige Verdächtige wurde vom Obersten Gericht in Prag freigesprochen. Genauer gesagt bestätigte das Gericht den Freispruch der Vorinstanz. Das Bezirksgericht in Ústí hatte Jiří L. bereits im Januar 2025 freigesprochen. Nachdem das Gericht den Fall vom Berufungsgericht zurückerhielt, wiederholte es sein Verdikt. Das Oberste Gericht in Prag wies nun den Einspruch der Staatsanwältin zurück.
Der frühere ehrenamtliche Nationalparkranger Jiří L. hatte zunächst zweimal gestanden, den Großbrand gelegt zu haben, danach aber sein Geständnis widerrufen. Er hätte dabei unter Drogen gestanden. Wie das Oberste Gericht nun feststellte, seien keine neuen Beweise aufgetaucht, welche den Angeklagten hätten belasten können. Außerdem war bereits das Geständnis teils widersprüchlich.
Jiří L. war bereits wegen Brandstiftungen kleinerer Objekte im Umkreis von Krásná Lípa zu zwei Jahren Freiheitsentzug verurteilt worden, welche er bereits in der Untersuchungshaft abgesessen hatte. Später wurde Jiří L. in eine geschlossene Abteilung überwiesen. Bei der Verhandlung vor dem Obersten Gericht wurde die Überweisung in eine geschlossene Abteilung nun in eine ambulante Behandlung umgewandelt.
Der Waldbrand in der Böhmischen Schweiz war Untersuchungen zufolge im Tal Malinové údolí bei Hřensko entstanden und hatte sich bei aufkommendem Wind schnell ausgebreitet, auch Richtung Sachsen. Im Dorf Mezná (Stimmersdorf) fielen dem Brand vier Häuser zum Opfer. Menschenleben waren zum Glück nicht zu beklagen. Gegen das Feuer kämpften über mehrere Wochen Tausende Feuerwehrleute.
Wald- und Flurbrände haben in diesem Jahr zugenommen. Gegenüber dem Vorjahr musste die Feuerwehr in ganz Tschechien über 300 Brände mehr löschen, davon die meisten im Mittelböhmischen Bezirk, im Bezirk Plzeň und im Südmährischen Bezirk. Der Bezirk Ústí lag mit 142 Bränden auf dem 5. Platz. Die meisten Flur- und Waldbrände in Tschechien gab es 2023, im Bezirk Ústí lag das Maximum aber im Jahr 2022 mit 259 Bränden.
Aus für rechtselbische Personenzüge zwischen Děčín und Ústí
Nur noch wenige Wochen fahren die Personenzüge am rechten Elbufer zwischen Ústí-Střekov (Aussig-Schreckenstein) und Děčín (Tetschen) Hauptbahnhof. Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember wird die regelmäßige Zugverbindung eingestellt. Daran änderte auch eine Petition von rund 1.300 Personen nichts, die vom Bezirk Ústí als Besteller eine Fortführung der Verbindung über den Fahrplanwechsel hinaus forderte.
Der Bezirk Ústí nahm die Petition lediglich zur Kenntnis und bleibt bei seiner Entscheidung. Der Grund ist eine zu geringe Nutzung. Gleichzeitig ist die Zugverbindung teurer als die parallele Busverbindung. Der Bezirk wird deshalb die Buslinie 450 in der Spitze verstärken.
Rechtselbisch werden deshalb künftig nur noch Güterzüge fahren. Linkselbisch sind neben Eurocitys auch Schnell- und Regionalzüge unterwegs.
Tipp: Ausflug zu verschwundenem Dorf mit Konzert
Der Verein Schuberts e.V. aus Bad Gottleuba hat am Sonnabend, dem 26. September, ein besonderes Angebot: eine Führung durch das fast verschwundene Nakleřov mit einem anschließenden Konzert in der Kirche mit dem gläsernen Dach in Petrovice.
Durch Nakleřov wird der Chemnitzer Journalist Oliver Hach führen, der in seinem kürzlich erschienenen "Atlas der verschwundenen Dörfer im böhmischen Erzgebirge" viele Orte vorstellt, die nach 1945 ein ähnliches Schicksal erlitten und heute nur noch in Spuren vorhanden sind.
Im Anschluss wird in der Kirche des Hl. Nikolaus mit gläsernem Dach in Petrovice ein Konzert des deutsch-britischen Duos ME&T stattfinden. Tamara und Tristan, die zufällig auch in Chemnitz wohnen, bringen gemeinsam mit Schlagzeuger Daniel Selle innovativen Pop mit unerwartetem Sounddesign auf die Bühne. Sie betrachten ihre Songs als musikalische Experimente, in denen sie mit absoluter Ehrlichkeit das alltägliche Leben genau so widerspiegeln, wie es ist.
Zur Führung und dem Konzert wird ein Busshuttle von Dresden über Pirna und Bad Gottleuba fahren. Alle Infos dazu finden Sie unter folgendem Link.
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Gebeine von Jan Masaryk exhumiert
Fast 80 Jahre nach seinem Tod wurden die sterblichen Überreste des ehemaligen Außenministers Jan Masaryk exhumiert. Dafür wurde das Familiengrab auf dem Friedhof in Lány bei Kladno geöffnet. In dem Ort befindet sich der Sommersitz der tschechischen Präsidenten.
Der Sohn des ersten Präsidenten der Tschechoslowakei Tomáš Garrigue Masaryk starb in der Nacht zum 10. März 1948 infolge eines Sturzes aus seiner Dienstwohnung im Außenministerium in Prag. Sein Leichnam wurde unter dem offenen Fenster des Badezimmers gefunden. Offiziell war von einem Selbstmord die Rede. Wenige Wochen zuvor hatte die Kommunistische Partei in der Tschechoslowakei gewaltsam die Macht übernommen. Jan Masaryk war einer der wenigen verbliebenen unabhängigen Minister in der überwiegend kommunistischen Regierung und hatte auch dank seines Renommees und seiner Beliebtheit in der Bevölkerung einen nicht zu unterschätzenden Einfluss. Insofern konnte den kommunistischen Machthabern der Tod von Masaryk nur recht sein.
Der Exhumierung soll eine Untersuchung mit neuesten polizeilichen Methoden folgen, um die Umstände von Masaryks Tod aufzuklären. Anlass für die Untersuchung sind zudem neue Erkenntnisse und Unterlagen. Dazu gehören unter anderem Übersetzungen von Dokumenten aus diplomatischen Archiven in Frankreich, den USA und Großbritannien.
Privater Konsum lässt tschechische Wirtschaft wachsen
Die tschechische Wirtschaft ist im zweiten Quartal auf Jahresbasis um 1,9 Prozent gewachsen. Im Vergleich zum ersten Quartal stieg die Wirtschaftsleistung um 0,4 Prozent. Unterstützt wurde das Wachstum vor allem durch den privaten Konsum, der auf Jahresbasis um 2,7 Prozent zulegte. Auch der Zuwachs der Bruttoanlageinvestitionen um 7,1 Prozent trug zum guten Ergebnis der tschechischen Wirtschaft bei. Der staatliche Konsum legte um 1 Prozent zu. Die Bruttowertschöpfung erhöhte sich gegenüber dem gleichen Vorjahresquartal um 1,8 Prozent. Der Anstieg wurde vor allem von der Industrie, dem Handel, dem Verkehr, dem Tourismus und der Informations- und Kommunikationsbranche unterstützt. Die Beschäftigung legte um 1,5 Prozent zu und die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden erhöhte sich um 2,8 Prozent.
Analysten erwarten auch für das Gesamtjahr ein Wachstum knapp unter 2 Prozent. Das sei in dem schwierigen globalen Umfeld ein großer Erfolg. Als Risikofaktoren gelten neben dem Krieg im Nahen Osten auch die schwache deutsche Wirtschaft, mit der die tschechische Wirtschaft stark verbunden ist.
Dass es der tschechischen Wirtschaft dennoch so viel besser geht als der deutschen, liegt am weiter ungebremsten privaten Konsum. Die Realgehälter steigen schon seit einer Weile an, die Inflation kann trotz gestiegener Ölpreise unter Kontrolle gehalten werden. In dieser Situation holten private Haushalte viele Anschaffungen nach, die zu Zeiten galoppierender, deutlich zweistelliger Inflation nicht realisiert worden waren.
Allerdings dürfte sich der Konsum absehbar abschwächen, da private Haushalte vermehrt zum Sparen übergehen wollen.
Dittrich-Mausoleum bekommt Bleiglasfenster zurück
Das Mausoleum der Industriellenfamilie Dittrich in Krásná Lípa (Schönlinde) am Rande der Böhmischen Schweiz erhält seine Bleiglasfenster zurück. Möglich wird das, weil im Museum von Rumburk (Rumburg) eine Originalskizze aus dem Jahr 1888 gefunden wurde. Daraus gehe hervor, dass die Fenster eine ungewöhnlich reiche Bebilderung hatten, heißt es in einem Bericht des Tschechischen Rundfunks Český rozhlas.
Die Wiederherstellung der Bleiglasfenster wird ein weiterer Schritt bei der Restaurierung der Grablege, die bereits seit Jahren läuft und noch sehr viel Geld kosten wird. In diesem Jahr wurde endlich die Reparatur des Daches abgeschlossen, so dass nun erstmals seit Jahren kein Regenwasser mehr eindringen kann. Erneuert wurde bereits die Metalltür sowie die gesamte Vorderfassade.
Eigentümerin der Grablege ist die Stadt Krásná Lípa, die in den kommenden Jahren das Mausoleum komplett sanieren möchte. Dazu zählt neben den Bleiglasfenstern die gesamte Innenausstattung einschließlich faszinierender Goldmosaiken im Untergeschoss. Faszinierend ist vor allem die Vielzahl an Goldschattierungen. Auch das benachbarte Heizhaus mit Schornstein soll wiederhergestellt werden. Die Grablege war durch ein raffiniertes System beheizt worden, um eine stabile Temperatur im Innern zu gewährleisten. Architekt des Mausoleums war Julius Carl Raschendorff, der vor allem für den Berliner Dom bekannt ist.
Bei Lovosice startet Produktion von CO2-armem Zement
Der schweizerische Baustoffkonzern Holcim hat in seinem Werk im nordböhmischen Čížkovice bei Lovosice eine moderne Produktionsanlage zur Herstellung von emissionsarmem Zement in Betrieb genommen. Die Zementproduktion erfolgt künftig auf Basis von kalziniertem Ton, der Zementklinker ersetzt. Die neue Technologie soll die Emission von Kohlendioxid um bis zu 30 Prozent senken und damit 45.000 Tonnen Kohlendioxidausstoß vermeiden. Für so eine Einsparung müssten laut Holcim 2 Millionen Bäume neu angepflanzt werden. Für die Herstellung von kalziniertem Ton sind nur 800 Grad Celsius nötig, für Zementklinker wird eine Temperatur von 1.450 Grad Celsius gebraucht. Die Anlage ist laut Holcim die erste in Mitteleuropa. Zuvor war die Technologie in Frankreich getestet worden. Die Kosten für die neue Anlage belaufen sich auf umgerechnet rund 41 Millionen Euro. Ein Drittel der Summe erhielt Holcim aus dem Modernisierungsfonds des tschechischen Umweltministeriums.
Holcim ist in Tschechien hinter Heidelberg Cement und Cemex der drittgrößte Zementproduzent.
Ernteausfälle in Nordböhmen
Die Ernte in Nordböhmen steht kurz vor ihrem Ende und eine erste Bilanz ist niederschmetternd. 15 bis 20 Prozent weniger ernteten die Bauern im an Sachsen grenzenden Bezirk Ústí. Zugleich fiel die Ernte in Nordböhmen schlechter aus als im Rest des Landes. So wurden im Schnitt 4,77 Tonnen Getreide je Hektar geerntet. Das ist 0,6 Hektar unter dem landesweiten Schnitt.
Die Bauern machten für das schlechte Ergebnis vor allem den fehlenden Niederschlag verantwortlich. So fiel örtlich weniger als ein Drittel des langjährigen Mittels. Einbußen gab es bei so gut wie allen Produkten. Noch nicht geerntet ist Futtermais, wo man aber auch von einem starken Rückgang ausgeht. Besonders deutlich war der Rückgang der Ernte der Zuckerrübe. Probleme erwarten die Bauern nun auch beim Tierfutter, da weniger Heu produziert werden konnte.
Děčíns Busflotte wird fast komplett elektrisch
Děčín schafft für seinen öffentlichen Personennahverkehr bis Ende 2029 neue Elektrobusse an. Danach werden durch die Stadt mit knapp 50.000 Einwohnern mit wenigen Ausnahmen nur noch Busse mit Elektroantrieb unterwegs sein. In einer aktuellen Ausschreibung kündigt die Stadt den Kauf von insgesamt 21 Autobussen mit Elektroantrieb an, darunter neben 18 Meter langen Gelenkbussen und neun kürzere Bussen (10-11 Meter) vor allem die in der Stadt üblichen 12 Meter langen Busse. Durch seine Lage am Rande von Böhmischen Mittelgebirge und Elbsandsteingebirge umfasst das Streckennetz auch Straßen mit steilen Anstiegen, für die entsprechend kürzere Busse notwendig sind. Die ersten neuen Busse sollen bis Ende Oktober 2027 geliefert werden. Die Stadt erwartet einen Kaufpreis von fast 250 Millionen Kronen (fast 10,5 Millionen Euro). Zur Finanzierung will Děčín Mittel aus dem Modernisierungsfonds beantragen.
Bis jetzt hat Děčín bereits 21 Elektrobusse im Stadtverkehr. Die Busse der Firma MAN werden seit August im Testbetrieb eingesetzt.
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